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08.02.2026
13:36 Uhr
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Nach neuen Verhandlungen verschärft der Iran seine Rhetorik gegenüber den USA deutlich. Der Außenminister schließt ein Ende der Urananreicherung selbst im Kriegsfall aus.

Der Iran hat zwei Tage nach neuen Atomverhandlungen mit den USA seine Rhetorik deutlich verschärft und erneut auf sein Recht zur Urananreicherung bestanden. Außenminister Abbas Araghtschi sagte, selbst im Kriegsfall werde die Islamische Republik die Anreicherung nicht aufgeben. Er kritisierte zugleich neue US-Sanktionen sowie militärische Signale von der US-amerikanischen Seite. Die indirekten Gespräche unter Vermittlung des Oman waren zwar von beiden Seiten zunächst positiv bewertet worden, doch neue Strafmaßnahmen der USA und die Präsenz eines US-Flugzeugträgers in der Region verschärften die Spannungen erneut. Das iranische Regime pochte darauf, dass Verhandlungen ausschließlich das Atomprogramm betreffen sollten und drohte mit Gegenmaßnahmen im Falle eines Angriffs. Diplomatische Gespräche Araghtschi sagte auf einem Forum über die Außenpolitik in Teheran, sein Land habe für sein "friedliches Atomprogramm" einen hohen Preis gezahlt und werde sich keine Vorgaben von außen machen lassen. Die Entsendung amerikanischer Militärschiffe schrecke den Iran nicht ab. "Wir sind ein Volk der Diplomatie, wir sind auch ein Volk des Krieges", sagte der Außenminister. Er betonte jedoch zugleich, dass der Iran keinen Krieg suche. Die Aussagen folgten auf indirekte Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA am Freitag in Maskat. Beide Seiten hatten danach zunächst von Fortschritten gesprochen. Irans Präsident Massud Peseschkian bezeichnete die Gespräche als "Schritt nach vorne", US-Präsident Donald Trump nannte sie "sehr gut" und kündigte eine weitere Runde für die kommende Woche an. Dennoch äußerte Araghtschi Zweifel an der Ernsthaftigkeit der USA, nachdem unmittelbar nach den Gesprächen neue Sanktionen zur Eindämmung iranischer Ölexporte verhängt wurden. Militärische Spannungen und alte Konfliktlinien US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner hatten nach den Gesprächen den in den Persischen Golf entsandten Flugzeugträger USS Abraham Lincoln besucht. Witkoff sagte, die Präsenz solle Sicherheit gewährleisten und die amerikanische Strategie "Frieden durch Stärke" unterstreichen. Das iranische Regime wertete dies als implizite Drohung. Araghtschi betonte zudem, dass das iranische Raketenprogramm nicht Gegenstand von Verhandlungen sein werde, da es der Verteidigung des Landes diene. Zugleich drohte er mit Angriffen auf US-Militärstützpunkte in der Region, falls iranisches Territorium angegriffen werde. Die Gespräche in Maskat waren die ersten Kontakte seit dem Eingreifen der USA im Juni 2025 in den zwölftägigen Krieg zwischen Israel und dem Iran, bei dem mehrere iranische Atomanlagen auch durch die USA bombardiert wurden. Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben, was die iranische Führung zurückweist. Nach Angaben der Internationalen Atomenergie-Organisation ist der Iran das einzige Land ohne eigene Atomwaffen, das Uran auf 60 Prozent anreichert. Zusätzlich belasten Vorwürfe westlicher Regierungen über Waffenlieferungen an Russland sowie die Unterstützung regionaler Milizen die Beziehungen zwischen dem Iran und den westlichen Staaten.