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14.01.2026
14:20 Uhr
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"Alles andere ist inakzeptabel": Kurz vor einem Treffen über Grönland bekräftigt der US-Präsident seinen Anspruch auf die Insel. Die Nato werde so "viel bedrohlicher".

US-Präsident Donald Trump hat vor einem Treffen zur Zukunft Grönlands im Weißen Haus eine einvernehmliche Lösung ausgeschlossen. "Die Vereinigten Staaten brauchen Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit", schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. "Alles andere ist inakzeptabel." Die Nato solle für eine Übernahme den Weg ebnen, forderte Trump weiter, und verwies auf das geplante Raketenabwehrsystem seines Landes: "Es ist für den Golden Dome, den wir gerade bauen, von entscheidender Bedeutung." Die Nato werde viel bedrohlicher und effektiver, wenn Grönland in den Händen der Vereinigten Staaten liege. In Versalien schrieb er: "Wenn wir es nicht tun, werden es Russland oder China machen, und das wird nicht passieren." Nur dank der USA könne die Nato eine wirksame Abschreckung entfalten. Das sei sein Verdienst durch die Stärkung der US-Streitkräfte während seiner ersten Amtszeit. Treffen im Weißen Haus Am heutigen Mittwochnachmittag findet im Weißen Haus ein Treffen statt, bei dem es um Grönlands Zukunft gehen soll. Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen und seine grönländische Kollegin Vivian Motzfeldt nehmen teil, ebenso US-Vizepräsident JD Vance und US-Außenminister Marco Rubio. Dänemark kündigte vor dem Treffen an, seine Militärpräsenz auf der arktischen Insel zu erhöhen. Ebenso wolle man innerhalb der Nato auf mehr Übungen und eine verstärkte Präsenz in der Arktis drängen, teilte Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen mit. Auch die Bundesregierung sprach sich zuletzt für eine stärkere Nato-Präsenz in der Arktis aus. Deutschland plant kein Konsulat auf Grönland Warnsignale Richtung USA kamen auch vonseiten der EU: "Grönland gehört seinem Volk", sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zuletzt. Nur Dänemark und Grönland könnten über Dinge entscheiden, die Dänemark und Grönland beträfen. Die Sicherheit in der Arktis bezeichnete von der Leyen als "Kernthema" der Nato. Zugleich sei sie auch ein Thema für die EU, die in den vergangenen Jahren viel in die Beziehungen zu Grönland investiert habe. "Wir respektieren die Wünsche und Interessen der Grönländer, und sie können auf uns zählen", sagte von der Leyen. Zuvor hatte Frankreich die Eröffnung eines französischen Konsulats auf Grönland angekündigt . Die USA müssten aufhören, Grönland zu erpressen und die Kontrolle über die größte Insel der Welt zu fordern, sagte Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot dem französischen Sender RTL. Deutschland will derzeit wiederum kein Konsulat auf der autonomen dänischen Insel eröffnen. Für die Vertretung der Deutschen vor Ort sei nach wie vor die Botschaft in Kopenhagen zuständig, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius. Deutschland werde aktuell auch von einem Honorarkonsul in Grönland vertreten. Derweil regt sich auch in den USA selbst Widerstand gegen Trumps Pläne – auch unter den Republikanern, denen Trump angehört. Die republikanische Senatorin Lisa Murkowski und die Demokratin Jeanne Shaheen brachten einen Gesetzentwurf in den US-Senat ein, der es Trumps Regierung verbieten würde, das Gebiet eines Nato-Staats ohne die Zustimmung des betroffenen Bündnispartners zu annektieren, zu besetzen oder anderweitig zu kontrollieren. Trump will Grönland "kaufen" Trump begründet seine Annexionsdrohungen mit einem angeblichen nationalen Sicherheitsinteresse. Konkret kursieren Vorschläge, Grönland zu kaufen. "Wir sprechen über Erwerb , nicht über eine Pacht", sagte Trump jüngst. Bis zuletzt hatte er auch militärische Mittel nicht ausgeschlossen. Die grönländische sowie die dänische Regierung lehnen Trumps Pläne entschieden ab – ebenso die Mehrheit der Bevölkerung auf Grönland. Grönland ist die größte Insel der Welt. Bis 1953 war es eine Kolonie Dänemarks, mittlerweile ist es weitgehend autonom. Über Bereiche wie Außen- und Verteidigungspolitik entscheidet aber weiter die ehemalige Kolonialmacht Dänemark. Durch die Anbindung an Dänemark ist Grönland auch Teil der Nato .