Zeit 27.02.2026
20:45 Uhr

USA-Iran-Konflikt : US-Präsident Trump erwägt weiterhin Militäreinsatz im Iran


Die Gespräche über ein neues Atomabkommen zwischen den USA und dem Iran stellen den US-Präsidenten nicht zufrieden. Ob es zu einem Militäreinsatz komme, sei noch offen.

USA-Iran-Konflikt : US-Präsident Trump erwägt weiterhin Militäreinsatz im Iran
US-Präsident Donald Trump hat sich unzufrieden über den Verlauf der Verhandlungen mit dem Iran gezeigt. "Ich bin nicht glücklich darüber, dass sie nicht bereit sind, uns zu geben, was wir haben müssen", sagte Trump über die letzte Gesprächsrunde mit der iranischen Regierung. "Wir wollen, dass der Iran keine nuklearen Waffen besitzt, und genau diese wichtigen Worte sagen sie nicht", fügte er hinzu. Stunden später kritisierte er zudem, dass der Iran nicht auf die Anreicherung von Uran verzichten wolle. "Ich sage: keine Anreicherung, nicht 20 Prozent, 30 Prozent", teilte Trump mit. "Sie sollten ein Abkommen abschließen, das wäre klug von ihnen", bekräftigte Trump erneut. Das iranische Regime beharrt auf dem Recht, die Urananreicherung zu friedlichen Zwecken fortzusetzen. Darüber hinaus lehnt der Iran ab, auf den Besitz und den Erwerb von Atomwaffen zu verzichten und sein Raketenprogramm in eine Vereinbarung mit den USA einzubeziehen. Zuletzt forderte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi die USA auf, auf "übertriebene Forderungen" zu verzichten . US-Angriff weiterhin möglich Am Donnerstag hatten Vertreter der USA und des Iran in Genf erneut indirekte Atomgespräche unter der Vermittlung Omans geführt. Bislang blieben die Verhandlungen ohne Ergebnis. Trump hatte der Regierung in Teheran eine Frist bis Anfang März gesetzt, um sich mit den USA auf ein neues Abkommen zum iranischen Atom- und Raketenprogramm zu einigen. Über den im Raum stehenden US-Angriff auf den Iran ist dem Präsidenten zufolge noch keine abschließende Entscheidung getroffen worden. Der US-Präsident sagte, dass er "das stärkste Militär der Welt" lieber nicht einsetzen würde. Manchmal müsse man diesen Weg jedoch gehen, fügte er hinzu. Zuvor hieß es, die USA erwägen einen begrenzten Einsatz. Zugleich sprach Trump die Gefahr einer Eskalation des Krieges an. Im Falle eines Militäreinsatzes gebe es "immer ein Risiko" für einen umfassenden Krieg im Nahen Osten, sagte Trump. "Krieg birgt immer Risiken, sowohl positive als auch negative", ergänzte er. Sein Vizepräsident JD Vance hatte am Donnerstag eine Verwicklung der USA in einen jahrelangen Krieg – "ohne dass ein Ende in Sicht ist" – noch ausgeschlossen. Trump kündigt weitere Gespräche an Trump zufolge sollen noch im Laufe des Tages weitere Verhandlungen über den Iran stattfinden. "Wir werden heute weitere Gespräche führen", sagte er vor einer Reise nach Texas. Trump gab jedoch nicht bekannt, mit wem genau diese Gespräche geführt werden sollen. Der Außenminister des Vermittlers Oman, Badr al-Bussaidi, bemühte sich indes um Deeskalation. "Der Frieden ist zum Greifen nah", schrieb er nach einem Treffen mit US-Vizepräsident Vance. Er freue sich auf "weitere und entscheidende" Fortschritte in den kommenden Tagen. Zuvor hatten Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Insider über eine Reise des omanischen Außenministers in die USA berichtet. Nach Angaben des iranischen Außenministers Abbas Araghtschi sind am Montag in Wien weitere Verhandlungen geplant. Araghtschi sprach von "technischen Gesprächen" zwischen den Vermittlern. In der österreichischen Hauptstadt befindet sich die Zentrale der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Demokraten wollen Einsatz verhindern Unterdessen will die eine überparteiliche Gruppe im US-Kongress einen militärischen Angriff auf den Iran ohne Zustimmung der Abgeordneten verhindern. Derzeit werde daran gearbeitet, in der kommenden Woche eine Abstimmung über eine entsprechende Resolution zu erzwingen, sagte der demokratische Fraktionsvorsitzende im Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries. Die Resolution soll jegliche US-Aktion gegen den Iran ohne Genehmigung des Kongresses unterbinden. "Die amerikanische Bevölkerung will keinen weiteren gescheiterten Krieg im Ausland, der sich endlos hinzieht, insbesondere nicht im Nahen Osten, wo wir wissen, dass das Ergebnis höchstwahrscheinlich katastrophal sein wird", sagte Jeffries. Die Abgeordneten müssten alles in ihrer Macht Stehende tun, um das zu verhindern. Er bezeichnete einen möglichen Angriff auf den Iran als leichtsinnig, gefährlich und schädlich für die nationalen Sicherheitsinteressen der USA. Bei den Verhandlungen geht es unter anderem um das umstrittene iranische Atomprogramm . Die USA wollen verhindern, dass die Führung in Teheran Atomwaffen entwickelt. Irans Regierung bestreitet entsprechende Absichten, ist jedoch bereit, ihr Nuklearprogramm zu begrenzen. Im Gegenzug fordern sie die Aufhebung harter Wirtschaftssanktionen. Um den Druck auf den Iran zu erhöhen, haben die USA in den letzten Wochen ihre Militärpräsenz in der Region deutlich ausgebaut und zwei Flugzeugträger sowie Kriegsschiffe dorthin verlegt .