|
27.11.2025
02:45 Uhr
|
Nahe dem Weißen Haus ist auf zwei Angehörige der Nationalgarde geschossen worden, der mutmaßliche Schütze wurde festgenommen. Der Zustand der Soldaten ist kritisch.

In der Nähe des Weißen Hauses in Washington, D. C. sind zwei Nationalgardisten angeschossen worden. Der Gouverneur des US-Bundesstaates West Virginia, aus dem die beiden Soldaten stammen, hatte auf der Plattform X zunächst mitgeteilt, dass die beiden Soldaten ihren Verletzungen erlegen seien. In einem späteren Posting schrieb er dagegen , dass es "widersprüchliche Berichte über den Zustand unserer beiden Gardisten" gebe. FBI will Ermittlungen aufnehmen FBI-Chef Kash Patel teilte am Nachmittag mit, dass sich die beiden Gardisten in "kritischem Zustand" befänden. Da es sich um einen Angriff auf Bundesbeamte handle, werde die Bundesebene die Ermittlungen zu dem Fall aufnehmen. Dabei werde das FBI unter anderem mit dem Innenministerium und dem Secret Service zusammenarbeiten. Laut dem stellvertretenden Polizeichef der Hauptstadt, Jeff Carroll, befanden sich die Nationalgardisten auf einer Patrouille, als der Verdächtige um eine Ecke gekommen und auf die beiden Gardisten geschossen haben soll. Kurz darauf sei der Mann von weiteren Angehörigen der Nationalgarde und örtlichen Polizeikräften überwältigt und festgenommen worden. Dabei sei dieser angeschossen worden. Es gebe zum derzeitigen Zeitpunkt keine weiteren Verdächtigen. Dafür habe auch das Videomaterial aus der Umgebung keine Hinweise geliefert. Die Behörden gehen von einem gezielten Angriff aus, das Motiv sei aber noch unklar. Bei dem Verdächtigen handelt es sich Medienberichten zufolge um einen Mann aus Afghanistan. Er sei 2021 in die Vereinigten Staaten gekommen und habe im Bundesstaat Washington gelebt, berichteten unter anderem der Sender NBC und die Washington Post unter Berufung auf Strafverfolgungsbeamte. US-Präsident Donald Trump hielt sich zum Zeitpunkt des Vorfalls auf seinem Golfplatz in West Palm Beach im US-Bundesstaat Florida auf. Zuerst hatte Heimatschutzministerin Kristi Noem auf X über den Vorfall berichtet . Bevölkerung soll Innenstadt meiden Trump hatte auf seiner Plattform Truth Social nach dem Vorfall geschrieben, dass beide Nationalgardisten schwer verletzt und in zwei verschiedene Krankenhäuser gebracht worden seien. Der mutmaßliche Täter, der auf die Nationalgardisten geschossen habe, sei ebenfalls schwer verletzt und werde einen "sehr hohen Preis zahlen müssen". Ein Feuerwehrsprecher bestätigte, dass alle drei Verletzten in ein Krankenhaus gebracht worden seien. Eine Sprecherin des Präsidialamts teilte mit, der Sitz des Präsidenten sei abgeriegelt worden. Die Polizei rief die Bevölkerung in Washington, D. C. auf, die Innenstadt zu meiden. Der Flughafen Ronald Reagan stellte den Betrieb aus Sicherheitsgründen vorübergehend ein, inzwischen läuft er nach Angaben des Betreibers wieder regulär. Pentagon will Zahl der Nationalgardisten aufstocken US-Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte nach dem Vorfall an, die Zahl der Nationalgardisten in der Hauptstadt auf eine Anweisung Trumps hin um 500 auf insgesamt mehr als 2.500 zu erhöhen. Der Schusswaffenvorfall stärke den Entschluss der Regierung, Washington wieder "sicher und schön" zu machen, sagte er am Rande eines Besuchs in der Dominikanischen Republik. Trump hatte im August die Entsendung von mehr als 2.000 Nationalgardisten nach Washington, D. C. angeordnet und dies damit begründet, die Hauptstadt bekomme die Kriminalität nicht unter Kontrolle. Kriminalitätsstatistiken stützen diese Darstellung nicht. Washington war juristisch gegen die Stationierung vorgegangen. Eine Bundesrichterin hatte den Einsatz daraufhin für unrechtmäßig erklärt und sein Ende angeordnet. Die Anordnung bleibt jedoch bis zum 11. Dezember außer Kraft, um der Trump-Regierung die Möglichkeit einzuräumen, in Berufung zu gehen. Die Nationalgarden der US-Bundesstaaten sind militärische Reserveeinheiten und Teil der US-Streitkräfte. Sie stehen normalerweise unter der Kontrolle der Bundesstaaten und kommen etwa bei Naturkatastrophen, Unruhen oder anderen Notlagen zum Einsatz. In bestimmten Situationen kann jedoch auch der US-Präsident das Kommando übernehmen. Für den Hauptstadtbezirk Washington, D. C. gelten dabei Sonderregeln.