Zeit 04.03.2026
13:13 Uhr

USA: Vater von Schulattentäter in Georgia wegen Mordes verurteilt


Colin Gray schenkte seinem Sohn eine Waffe, mit der dieser vier Menschen erschoss. Ein Gericht gab ihm deshalb eine große Mitschuld und verurteilte ihn zu langer Haft.

USA: Vater von Schulattentäter in Georgia wegen Mordes verurteilt
Mehr als ein Jahr nach dem tödlichen Schusswaffenangriff an der Apalachee High School im September 2024 im US-Bundesstaat Georgia ist der Vater des minderjährigen Schusswaffenangreifers wegen Mordes verurteilt worden. Die Jury des Gerichts von Barrow County befand den 55-jährigen Colin Gray bereits am vergangenen Dienstag des Totschlags und der fahrlässigen Tötung sowie weiterer Straftaten für schuldig, wie nun bekannt wurde. Laut der US-Zeitung Washington Post wurde damit erstmals in den USA ein Elternteil eines minderjährigen Schul-Schusswaffentäters wegen "second degree murder", Mord zweiten Grades, verurteilt. Bei diesem Tatbestand muss erwiesen sein, dass ein Tod durch rücksichtsloses und böswilliges Verhalten und Missachtung von menschlichem Leben herbeigeführt wurde. Vater soll Warnzeichen ignoriert haben Dem 55-Jährigen wurde zur Last gelegt, seinem Sohn das halb automatische Gewehr zu Weihnachten gekauft zu haben. Zeitgleich gab es Hinweise auf Onlinedrohungen seines Sohnes mit einem Amoklauf an einer Schule. Die Anklage hatte laut der Washington Post argumentiert, dass sich der Vater verantworten müsse, dass er die von ihm angeschaffte Waffe nicht sicher verwahrt habe. Gleichzeitig habe er eindeutige Anzeichen für die sich verschlechternde mentale Gesundheit seines Sohnes ignoriert. Laut der Verteidigung hatte Colin Gray von den Absichten seines Sohnes nichts gewusst und sich wegen dessen verschlechternden psychischen Zustands Hilfe gesucht. Die Strafe für Colin Gray für die Verbrechen summiert sich laut US-Medien auf 180 Jahre Haft. Das zumeist separat verkündete Strafmaß stand noch nicht fest. Der Prozess des inzwischen 16 Jahre alten Colt Gray läuft noch. Er wurde ungeachtet seines Alters nach Erwachsenenstrafrecht angeklagt. Ihm steht für den Vorwurf des vierfachen Mordes lebenslange Haft in Aussicht. Der damals 14-Jährige hatte 2024 in der Stadt Winder das Feuer an seiner eigenen Schule eröffnet und dabei zwei 14-jährige Mitschüler sowie zwei Lehrkräfte getötet. Neun weitere Menschen wurden verletzt. Die USA werden immer wieder von Schusswaffenangriffen an Schulen erschüttert. Etwa ein Drittel der Erwachsenen im Land besitzt eine Feuerwaffe.