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02.12.2025
05:36 Uhr
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Im Streit um Risiken des Unkrautmittels Glyphosat hat der Chemiekonzern Bayer Hilfe von der US-Regierung bekommen. Generalanwalt Sauer appellierte an den Supreme Court.

Der deutsche Chemiekonzern Bayer hat im milliardenschweren Rechtsstreit um mögliche Krebsrisiken des Unkrautvernichters Roundup Unterstützung von der US-Regierung erhalten. Der höchste Anwalt der Regierung von US-Präsident Donald Trump forderte in einem Schreiben den Obersten Gerichtshof der USA auf, sich des Falles anzunehmen. Damit stützt die Regierung Bayers zentrale Argumentation, die Zulassung eines Pestizids durch eine Bundesbehörde dürfe nicht durch Klagen in einzelnen Bundesstaaten ausgehebelt werden. Der Leverkusener Chemiekonzern hatte sich im April an den Supreme Court gewandt im Bemühen, die derzeitige Klagewelle einzudämmen: Derzeit laufen in den USA mehrere Zehntausend Klagen gegen die Bayer-Tochter Monsanto wegen mutmaßlicher Gesundheitsschäden, die durch das glyphosathaltige Mittel Roundup verursacht worden sein sollen. Konkret geht es um Bayers Antrag, ein Urteil aus dem Bundesstaat Missouri zu kippen, das einem Kläger eine Entschädigung von 1,25 Millionen Dollar zugesprochen hatte. Es ist einer von mehr als 67.000 ähnlichen Fällen, mit denen der Konzern in den USA konfrontiert ist. Bayer hatte die Klagewelle mit der 63 Milliarden Dollar teuren Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto im Jahr 2018 geerbt . Glyphosat soll aus Bayer-Produkten in den USA entfernt werden Der Konzern argumentiert, dass jahrzehntelange Studien die Sicherheit des Roundup-Wirkstoffs Glyphosat belegten. Dean John Sauer, der Generalanwalt der Vereinigten Staaten, teilte in seinem Schreiben mit, auch die zuständige US-Umweltbehörde EPA habe wiederholt festgestellt, dass Glyphosat für Menschen wahrscheinlich nicht krebserregend sei. Sie habe daher die Etiketten für Roundup stets ohne eine entsprechende Krebswarnung genehmigt. Wenn Gerichte in den Bundesstaaten nun gegenteilige Urteile fällten, würden sie die wissenschaftliche Einschätzung der zuständigen Bundesbehörde untergraben. Bayer hat in dem Rechtsstreit bereits rund zehn Milliarden Dollar für Vergleiche in einem Großteil der bis 2020 anhängigen Fälle gezahlt. Es gelang dem Konzern jedoch nicht, eine Einigung für zukünftige Klagen zu erzielen. Als Reaktion hat Bayer angekündigt, den Wirkstoff Glyphosat in den USA aus Produkten für Privatverbraucher zu entfernen.