Zeit 15.01.2026
07:40 Uhr

USA: Trump will US-Notenbankchef Jerome Powell vorerst nicht entlassen


US-Präsident Donald Trump hat bestritten, die vorzeitige Entlassung von Fed-Chef Powell zu planen. Die Kritik an den Ermittlungen gegen Powell sei ihm "egal".

USA: Trump will US-Notenbankchef Jerome Powell vorerst nicht entlassen
US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen ‌Angaben vorerst keine Absichten, den Chef der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, zu entlassen. "Ich habe keinen Plan, das zu tun", sagte Trump in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Es sei ‍jedoch zu früh, um zu sagen, was ​er letztendlich tun werde. Gegen Powell laufen strafrechtliche Ermittlungen. Das Justizministerium in Washington, D. C. hat sie eingeleitet wegen deutlich gestiegener Baukosten für die umfassende Sanierung der Fed-Zentrale in Washington . Sie waren von ursprünglich geplanten 1,9 Milliarden Dollar auf 2,5 Milliarden Dollar gestiegen. Powell hatte die Untersuchung öffentlich gemacht und die Vorwürfe zurückgewiesen. Konkret wirft die Trump-Regierung Powell vor, über die tatsächlichen Kosten der Bauarbeiten gelogen zu haben. Der Notenbankchef bezeichnete die Ermittlungen als Vorwand, um ihn wegen der von Trump seit Langem geforderten Zinssenkungen unter Druck ​zu setzen. Im Mai endet die Amtszeit von Powell als Fed-Chef regulär. Trump deutete an, ‌dass er entweder den ehemaligen Fed-Gouverneur Kevin Warsh oder den Direktor des Nationalen ⁠Wirtschaftsrats, Kevin Hassett, als Nachfolger nominieren werde. Er werde in den nächsten Wochen eine Entscheidung bekannt geben. Die Kandidaten für den Fed-Vorstand werden vom US-Präsidenten nominiert und müssen anschließend vom Senat bestätigt werden. Trump weist Kritik zurück Einflussreiche republikanische Senatoren sowie ausländische Wirtschaftsvertreter und Investoren kritisierten den Schritt als eine Politisierung der ‍Geldpolitik. Die Chefs von mehreren Zentralbanken weltweit solidarisierten sich mit Powell . Trump wies die Kritik zurück. "Das ist mir egal", sagte er. "Sie sollten loyal sein. Das ist es, was ich sage." Trump übt seit Langem öffentlichen Druck auf Powell aus, den er in seiner ersten Amtszeit selbst zum Fed-Chef ⁠ernannt hatte. Er wirft ihm vor, die Leitzinsen nicht so schnell oder so stark zu senken, wie Trump es für nötig hält. Die unter Experten verbreitete ⁠Ansicht, dass eine Aushöhlung der Unabhängigkeit der Zentralbank den Wert des ⁠US-Dollars untergraben und die Inflation anheizen könnte, tat der US-Präsident ebenfalls ab. "Ich habe mit Geschäften ‌eine Menge Geld verdient, daher glaube ich, dass ​ich ein besseres Verständnis davon habe als Jerome Powell", sagte Trump in dem Interview. Trump hatte schon versucht, die Ökonomin Lisa Cook aus dem Vorstand zu entlassen . Das stoppte der Supreme Court vorerst. Mit Stephen Miran konnte Trump im September 2025 allerdings bereits einen Wunschkandidaten im Fed-Vorstand platzieren.