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28.01.2026
08:55 Uhr
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Eine 19-Jährige aus Kalifornien wirft Social-Media-Plattformen vor, Nutzer bewusst süchtig zu machen. TikTok ließ sich vor Prozessbeginn auf eine Einigung ein.

Kurz vor Prozessbeginn wegen des Vorwurfs der Kindesgefährdung durch Social-Media-Plattformen hat sich TikTok für eine außergerichtliche Beilegung der Klage entschieden. Die Klage gegen den Facebook-Konzern Meta und die Videoplattform YouTube werde fortgeführt, teilte der Anwalt der Klägerin, Joseph VanZandt, mit. Er nannte keine Details zum Vergleich mit TikTok. Die 19-jährige Klägerin aus dem US-Bundesstaat Kalifornien, die in dem Verfahren nur unter den Initialen KGM auftritt, wirft den Social-Media-Konzernen vor, sie hätten ihre Dienste bewusst so gestaltet, dass Nutzerinnen und Nutzer süchtig danach werden. Sie würden Nutzer etwa zum Weiterscrollen verleiten. Sie macht die Konzerne für ihre Angststörung und Depressionen verantwortlich. Vor TikTok hatte sich bereits der ebenfalls verklagte Mutterkonzern der Plattform Snapchat, Snap Inc., außergerichtlich geeinigt. Das Verfahren startet in dieser Woche mit der Geschworenenauswahl. Der eigentliche Prozessbeginn in Los Angeles ist für die erste Februarwoche geplant. Meta-Chef Mark Zuckerberg und andere Spitzenmanager sollen aussagen. Der Prozess soll sechs bis acht Wochen dauern. Das Verfahren könnte als Präzedenzfall für weitere Prozesse dienen. In den USA gibt es Hunderte ähnliche Klagen. Experten sehen Parallelen zu bahnbrechenden Prozessen um die Tabakindustrie, die 1998 zu einer Einigung führten, wonach Zigarettenhersteller Milliarden Dollar zahlen und Schritte unternehmen mussten, damit sich ihr Marketing nicht an Minderjährige richtete. Technische Probleme bei TikTok TikTok meldet unterdessen technische Probleme in den USA. Ein Stromausfall bei einem der Rechenzentren am Wochenende habe eine Kettenreaktion von Störungen ausgelöst, die immer noch nicht ganz behoben seien, teilten die Betreiber des US-Geschäfts mit. Unter anderem könne es Probleme beim Veröffentlichen von Beiträgen geben. Nutzer hatten TikTok vorgeworfen, Videos zu den Protesten in Minneapolis und Nachrichten zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zu blockieren. Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück. Monatelang drohte TikTok in den USA das Aus. Vergangene Woche übernahm dann ein Konsortium um den US-Softwarekonzern Oracle den US-Betrieb der Plattform .