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10.12.2025
11:20 Uhr
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Erstmals seit knapp drei Jahrzehnten gewinnt eine demokratische Kandidatin die Bürgermeisterwahl in Miami. Eileen Higgins ist die erste Frau im Amt.

Bei der Bürgermeisterwahl in der US-amerikanischen Stadt Miami haben erstmals seit fast 30 Jahren die Demokraten gewonnen. Eileen Higgins konnte sich mit 60 Prozent gegen den Republikaner Emilio Gonzalez durchsetzen. Sie wird die erste Frau, die das Bürgermeisteramt in Miami übernimmt. Laut New York Times ist sie zudem das erste nicht hispanische Stadtoberhaupt seit den 1990er-Jahren. Im Wahlkampf hatte sich auch US-Präsident Donald Trump eingebracht. Auf seiner Plattform Truth Social warb er für die Wahl des republikanischen Kandidaten. Obwohl der Wahlkampf mit Hinsicht auf das ganze Land nicht so entscheidend ist, schrieb Trump von einer "großen und wichtigen Wahl". Für die Demokraten ist es der nächste Sieg in einer Reihe von Erfolgen in den vergangenen Monaten. In den USA werden die jüngsten Siege der Demokraten als Fingerzeig für die anstehenden Kongresswahlen gewertet. Parteichef Ken Martin sagte der Washington Post, dass der Sieg ein Beweis dafür sei, "was Demokraten erreichen können, wenn wir uns überall organisieren und den Wettbewerb suchen". Die Wähler hätten genug von der realitätsfernen Agenda der Republikaner. Sie treibe die Kosten arbeitender Familien im ganzen Land in die Höhe, sagte Martin. Wahl wurde auch im Ausland beobachtet Miami gilt aufgrund seiner breiten hispanischen Bevölkerungsschicht als "Latino-Hauptstadt" der USA. In den Nachrichtenportalen in großen südamerikanischen Städten wie São Paulo, Buenos Aires und Mexiko-Stadt wurde laut der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Breite über die Wahl berichtet. Der republikanische Kandidat Emilio Gonzalez konnte bei den US-Präsidentschaftswahlen noch den hispanisch geprägten Wahlbezirk Miami-Dade für sich gewinnen. Es war der erste Sieg der Republikaner dort seit 36 Jahren. Seit seinem Amtsantritt hatte der US-Präsident jedoch für Unmut in dieser Bevölkerungsgruppe gesorgt. Zuletzt kündigte er an, den Schutzstatus von Einwanderern aus den Linksdiktaturen Kuba und Venezuela aufheben zu wollen. Bei haitianischen Einwanderern tat er dies bereits . Diese ungewissen Zukunftsaussichten könnten bei vielen betroffenen Familien in Miami zu einer Entscheidung zugunsten von Higgins geführt haben. Der katholische Erzbischof Thomas Wenski forderte, die Rechte der Migranten besser zu schützen.