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03.03.2026
19:19 Uhr
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Deutschland und die USA seien sich einig, dass das Regime im Iran gestürzt werden müsse, sagte Friedrich Merz in Washington. Trump lobte ihn als Gegenentwurf zu Merkel.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat bei seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump auf Gemeinsamkeiten Deutschlands und der USA in der Iran-Politik hingewiesen. "Wir sind uns einig, dass dieses schreckliche Regime in Teheran gestürzt werden muss", sagte Merz in einem kurzen Statement zu Beginn seines zweiten Besuchs bei Trump in Washington. Der Kanzler fügte hinzu, dass man nicht nur über die aktuelle Situation, sondern auch über die Zeit danach sprechen werde. Er habe ein großes Interesse an einem gemeinsamen Ansatz und gemeinsamer Arbeit. Dies sei "extrem wichtig" für Europa, die USA und Israel. Deutschland habe sich großartig verhalten, sagte Trump bei dem Treffen und lobte die Arbeit des Bundeskanzlers. "Er macht seine Arbeit sehr gut". Merz sei ein "sehr, sehr erfolgreicher Mann" und sei zu einem Freund geworden, ergänzte Trump. Die USA und Deutschland kämen sehr gut miteinander aus. Andere Worte fand der Präsident für die frühere Kanzlerin Angela Merkel. Er habe mit Merkel "Differenzen" gehabt, sagte Trump. "Ich habe gesagt: Sie schaden Ihrem Land mit der Migration und Sie schaden Ihrem Land mit der Energiepolitik." Merz sei hingegen in beiden Fragen "ziemlich das Gegenteil" seiner Vorgängerin, sagte Trump. Er halte den Kanzler für einen "ausgezeichneten Anführer", die Beziehungen zwischen beiden Ländern seien stark. Kritik an Spanien und Großbritannien Deutlich kritischer äußerte sich Trump über die Regierungen in Spanien und im Vereinigten Königreich. "Spanien hat tatsächlich gesagt, dass wir ihre Stützpunkte nicht nutzen dürfen", sagte Trump mit Blick auf die US-Angriffe auf den Iran. Niemand könnte den USA vorschreiben, was sie zu tun oder zu lassen hätten. Wenn die USA wollten, könnten sie die Stützpunkte auch ohne Erlaubnis nutzen. "Sie waren unfreundlich", sagte Trump. Und deshalb habe er seinen Finanzminister Scott Bessent beauftragt, "alle Deals" mit Spanien einzustellen. Welche Vereinbarung Trump meinte, blieb zunächst unklar. Merz ging nicht auf die Drohungen gegen den EU-Partner ein, sondern sagte, dass man versuchen werde, Spanien davon zu überzeugen, die in der Nato vereinbarten drei oder dreieinhalb Prozent Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt zu erreichen. "Spanien ist das einzige Land, das nicht bereit ist, dies zu akzeptieren", sagte er. "Spanien muss sich auch daran halten." Merz: Irankrieg schadet der deutschen Wirtschaft Glücklich sei er ebenfalls nicht über das Vereinigte Königreich, sagte Trump. Großbritannien hatte den USA zunächst verwehrt, Angriffe auf den Iran von britischen Stützpunkten aus durchzuführen. Am Sonntagabend lenkte Premierminister Keir Starmer ein und erlaubte die Nutzung in begrenztem Umfang. Trump sagte, es hätte deutlich bessere Lösungen gegeben. Trotz der engen Abstimmung mit den USA beteiligt sich Deutschland wie die anderen europäischen Nato-Partner nicht an den Angriffen. Merz hatte bereits am Sonntag auf die Risiken einer Ausweitung des Krieges hingewiesen und Zweifel geäußert, ob damit tatsächlich ein Machtwechsel erreicht werden kann. Gleichzeitig zeigte er Verständnis für die Militäraktion und übte keine Kritik. Merz machte beim Treffen auf die wirtschaftlichen Folgen aufmerksam. Er sagte, dass der Irankrieg auch der deutschen Wirtschaft schade. Deshalb hoffe er, dass der Konflikt so schnell wie möglich beendet werde und es zu einer neuen Regierung in Teheran komme, sagte er im Oval Office des Weißen Hauses. Trump bezeichnet Ukrainekrieg als wichtige Priorität US-Präsident Trump begründete den Krieg erneut mit den Sicherheitsinteressen der USA und nicht mit einer Entscheidung Israels. "Wenn überhaupt, dann habe ich Israel vielleicht unter Druck gesetzt. Aber Israel war bereit, und wir waren bereit", sagte Trump beim Treffen mit Merz im Oval Office. Ob der Präsident einen konkreten Plan hat, wer die politische Nachfolge im Iran antreten könnte, ließ er offen. "Viele der Leute, die wir im Auge hatten, sind tot", sagte Trump. Thema des Treffens soll auch die Ukraine sein. Entgegen früheren Äußerungen steht der russische Krieg gegen die Ukraine laut Trump weit oben auf seiner Prioritätenliste. Er hatte 2024 im Wahlkampf versprochen, den Krieg binnen 24 Stunden zu beenden. Ein Ende des Konflikts unter US‑Vermittlung ist derzeit jedoch nicht in Sicht. "Manchmal gebe ich dem einen die Schuld, manchmal dem anderen", sagte Trump. Merz ist zum dritten Mal bei Trump im Weißen Haus und der erste europäische Regierungschef, der Trump seit Beginn der Angriffe auf den Iran besucht.