Zeit 07.01.2026
20:53 Uhr

USA: ICE-Agent erschießt Autofahrerin in Minneapolis


Bei einer Razzia der US-Einwanderungsbehörde in Minneapolis wurde eine Frau erschossen. Einem Bericht zufolge soll es sich um eine Rechtsbeobachterin gehandelt haben.

USA: ICE-Agent erschießt Autofahrerin in Minneapolis
Ein Agent der US-Einwanderungsbehörde ICE hat in Minneapolis eine Frau in ihrem Auto erschossen. Die 37-Jährige habe bei einer Razzia im US-Bundesstaat Minnesota versucht, Beamte der Behörde mit ihrem Fahrzeug zu rammen, teilte die Sprecherin des Heimatschutzministeriums, Tricia McLaughlin, mit. Der demokratische Bürgermeister Jacob Frey bezeichnete ihre Darstellung in einer Pressekonferenz als "Bullshit". Der Beamte habe rücksichtslos seine Macht ausgeübt, "was dazu führte, dass jemand starb, getötet wurde". Frey machte die US-Regierung für die zunehmenden Spannungen verantwortlich. "Die Anwesenheit von Bundesbeamten der Einwanderungsbehörde stiftet Chaos in ⁠unserer Stadt", schrieb er auf X. "Wir fordern, dass die ICE die Stadt sofort verlässt." Der Polizeichef der Stadt, Brian O'Hara, sagte vor Reportern, die Frau sei kein Ziel der Einwanderungsmaßnahmen gewesen. Die vorläufigen Ermittlungen deuteten darauf hin, dass ihr Fahrzeug den Verkehr blockierte, als ein Bundesbeamter sich zu Fuß näherte. Das Auto setzte sich demnach in Bewegung, woraufhin mindestens zwei Schüsse fielen. Die Frau habe eine Kopfverletzung erlitten und sei im Krankenhaus für tot erklärt worden. Der Vorfall ließ sich zunächst nicht unabhängig rekonstruieren. Videoaufnahmen zeigten, wie das Auto in einem Wohnviertel gegen einen Mast krachte. In der Windschutzscheibe war ein Einschussloch zu sehen. Demonstranten versammeln sich in Wohnviertel Die demokratische Abgeordnete Ilhan Omar, deren Kongressbezirk den Ort der Schießerei umfasst, beschrieb die getötete Person laut New York Times als "Rechtsbeobachterin". Es handele sich um die Ehefrau eines prominenten Aktivisten, berichtete die Zeitung unter Berufung ⁠auf das Büro der demokratischen Senatorin ​Tina Smith. Der Vorfall ​löste umgehend Proteste in dem Wohnviertel in Minneapolis aus. Dabei standen sich Hunderte Demonstranten und zum Teil schwer ‍bewaffnete Bundesbeamte gegenüber, die Reizgas einsetzten. ICE ist eine Bundesbehörde des Heimatschutzministeriums und für Festnahmen, Inhaftierungen und Abschiebungen zuständig. In der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump wurde die Behörde stark ausgebaut und führt regelmäßig groß angelegte Razzien gegen undokumentierte Migrantinnen und Migranten durch – oft ohne rechtliche Grundlage. Menschenrechtsorganisationen werfen ihr in diesem Zusammenhang die übermäßige Anwendung von Gewalt vor.