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28.01.2026
05:32 Uhr
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Mehr als 100 Demokraten und zwei Republikaner fordern ihre Absetzung: Doch Trump sagt, seine Heimatschutzministerin mache "sehr gute Arbeit".

Nach den tödlichen Schüssen in Minneapolis hat sich US-Präsident Donald Trump hinter seine in die Kritik geratene Heimatschutzministerin Kristi Noem gestellt. Trump verneinte die Frage einer Journalistin, ob Noem zurücktreten werde, und sagte, Noem habe "sehr gute Arbeit" geleistet. Die New York Times hatte zuvor berichtet, dass die Ministerin vor wenigen Tagen um ein Gespräch mit Trump gebeten habe. Das Treffen dauerte demnach fast zwei Stunden und folgte auf die Tötung des 37 Jahre alten Alex Pretti durch zwei Grenzschutzbeamte. Als Zeichen eines gestörten Vertrauens zwischen dem Präsidenten und Noem werten Beobachter, dass Trump seinen Grenzschutzbeauftragten Tom Homan nach Minneapolis entsandt hat. Dieser sei "hart aber fair" und werde "direkt" an ihn berichten, sagte Trump. Der US-Präsident strebt nach eigenen Angaben eine "Deeskalation" in Minnesota an – will diese aber nicht als "Rückzug" verstanden wissen, sondern als "kleine Änderung". Homan soll Zusammenarbeit mit lokalen Beamten verbessern Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Verweis auf eine Quelle mit Bezug zum Weißen Haus berichtet, besteht Homans Aufgabe in Minneapolis darin, "die Taktik neu zu kalibrieren". Es gehe darum, zielgenauer vorzugehen und nicht mehr wie bisher breit angelegte Razzien in ganzen Stadtteilen durchzuführen. Der Gouverneur von Minnesota, der Demokrat Tim Walz, sagte nach einem Gespräch mit Homan, er habe auf unabhängige Untersuchungen zu den beiden Todesfällen nach Schusswaffeneinsätzen durch Bundesbeamte gedrungen sowie auf einen Teilabzug der rund 3.000 in der Stadt befindlichen Beamten. Man habe sich darauf verständigt, auf diese Ziele hinzuarbeiten, sagte Walz. Der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, teilte mit, er habe von Homan verlangt, den Einsatz in seiner Stadt "möglichst schnell zu beenden". Neben Pretti war in Minneapolis diesen Monat auch Renée Good getötet worden – von einem Beamten der Einwanderungsbehörde ICE . Grenzschutz und ICE unterstehen Noems Ministerium. Auch in anderen Städten und Bundesstaaten gehen die häufig maskierten Beamten seit Monaten brutal gegen Migranten und US-Bürger vor, immer wieder kommt es dabei zu unrechtmäßigen Festnahmen. Good hatte – wie Pretti – einen Abschiebeeinsatz dokumentiert. Trump fordert "ehrliche Untersuchung" Auch wegen ihrer umstrittenen Äußerungen und Darstellungen der Tötungen von Good und Pretti gerieten Noem und ihr Ministerium in Bedrängnis. So behauptete Noem, der 37-jährige Pretti habe eine Neun-Millimeter-Pistole – die er rechtmäßig bei sich trug – geschwenkt und die Einsatzkräfte damit "angegriffen". Videoaufnahmen beweisen, dass das nicht stimmt. Donald Trump sagte am Dienstag, Pretti hätte keine Waffe bei sich tragen sollen, sprach sich aber auch für eine "ehrliche Untersuchung" des Falls aus. Er wolle diese persönlich beaufsichtigen. Unabhängig davon fordern die Demokraten Noems Amtsenthebung. Die Kongressabgeordnete Robin Kelly brachte dazu eine Resolution auf den Weg – binnen sieben Tagen unterzeichneten diese nach Angaben ihres Büros 100 Kongressmitglieder. Die republikanischen Senatoren Thom Tillis und Lisa Murkowski schlossen sich der Rücktrittsforderung an. "Was sie in Minnesota getan hat, sollte disqualifizierend sein. Sie sollte ihren Job verlieren", sagte Tillis.