Zeit 23.01.2026
11:43 Uhr

USA: Bewohner Minnesotas sollen gegen ICE-Einsatz streiken


Mehrere Organisationen in Minnesota rufen zum Streik aus Protest gegen die US-Einwanderungsbehörde auf. Deren ICE-Agenten hatten jüngst einen Fünfjährigen festgenommen.

USA: Bewohner Minnesotas sollen gegen ICE-Einsatz streiken
Im US -Bundesstaat Minnesota soll es einen Streik aus Protest gegen die Einwanderungsbehörde ICE geben. Ein Netzwerk aus Gewerkschaften, Organisationen und Geistlichen hat Bewohnerinnen und Bewohner aufgerufen, wegen der Maßnahmen gegen Einwanderinnen und Einwanderer in dem Bundesstaat nicht zur Arbeit oder zur Schule zu gehen. Mehr als 100 Kleinunternehmen in den Schwesterstädten Minneapolis und St. Paul, mehrheitlich Cafés oder Restaurants, haben angekündigt, ihre Lokale zu schließen oder einen Teil ihrer Einnahmen zu spenden, wie die Protestorganisatoren mitteilten. "Wir wollen wirklich, wirklich, dass ICE Minnesota verlässt, und sie werden Minnesota nicht verlassen, es sei denn, sie werden gewaltig unter Druck gesetzt", teilte Kate Havelin von der Gruppe Indivisible Twin Cities mit, die sich an der Protestaktion beteiligt. In Minneapolis und St. Paul hat es täglich Proteste gegeben, seitdem Renée Nicole Good, eine US-Staatsbürgerin, am 7. Januar von einem ICE-Beamten erschossen wurde. Fünfjähriger von ICE festgenommen Am Donnerstag hatte ICE einen fünfjährigen Jungen festgenommen. US-Vizepräsident JD Vance bestätigte den Fall und räumte ein, zunächst selbst fassungslos gewesen zu sein. Er habe seine Meinung aber geändert, als er erfahren habe, dass der Vater des Kindes vor den ICE-Beamten geflohen sei, sagte er. Die Festnahme des Fünfjährigen sorgte in den USA für Empörung. Das Kind und sein Vater werden von US-Behörden in San Antonio im US-Bundesstaat Texas festgehalten, wie die Washington Post unter Berufung auf den Anwalt der Familie berichtete. Dieser teilte mit, dass diese keine US-Bürger seien, aber Asyl in Minneapolis beantragt hätten. Im Januar waren Berichten zufolge bereits drei Schüler in Minneapolis festgenommen worden. Minneapolis zählt zu den sogenannten Sanctuary Cities, die Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung Schutz gewähren und nur begrenzt mit den Einwanderungsbehörden der Bundesregierung zusammenarbeiten. Die US-Regierung hat Tausende ICE-Agenten in den von Demokraten regierten US-Bundesstaat Minnesota entsandt, um den Plan von US-Präsident Donald Trump zur Abschiebung illegaler Einwanderer umzusetzen. Vance macht Demokraten für Unruhen verantwortlich Vance, der das Vorgehen der Einwanderungspolizei wiederholt gerechtfertigt hat, gab bei einem Besuch in Minnesota den örtlichen Politikern der Demokraten und der Polizei die Schuld an den Unruhen in Minneapolis. "Die mangelnde Zusammenarbeit zwischen staatlichen und lokalen Beamten erschwert uns die Arbeit und verschärft die Lage", sagte Vance. "Ja, protestiert. Protestiert gegen mich. Protestiert gegen unsere Einwanderungspolitik, aber tut dies friedlich." Der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, sagte bei einer Pressekonferenz, dass er Vance zustimme, dass Menschen friedlich demonstrieren sollten. Wie die Zeitung Star Tribune berichtete, hob er aber hervor, dass die Entsendung von 3.000 Bundesbeamten in die Stadt sich wie eine "Besatzung" anfühle, und warf den Beamten vor, die Menschen zu "terrorisieren".