Zeit 24.01.2026
09:24 Uhr

USA : Bundesstaaten verhängen wegen "historischen Wintersturms" den Notstand


Extreme Kälte und katastrophale Eismassen: In den USA steht laut Meteorologen ein schwerer Wintersturm hervor. Betroffen sein könnte fast die Hälfte der Bevölkerung.

USA : Bundesstaaten verhängen wegen
Ein heftiger Wintersturm bedroht weite Teile der USA und hat bereits zu Hamsterkäufen sowie zur Streichung tausender Flüge geführt. US-Heimatschutzministerin Kristi Noem sprach auf X von einem "historischen Wintersturm". Dieser wird voraussichtlich 160 Millionen Menschen in bis zu 34 Bundesstaaten betreffen. In mindestens 16 Bundesstaaten sowie in der Hauptstadt Washington, D.C. wurde der Notstand ausgerufen. Die Maßnahme ermöglicht es den Behörden, zusätzliche Ressourcen und Einsatzkräfte zu mobilisieren. Der nationale Wetterdienst NWS rechnet für das Wochenende mit starkem Schneefall, Schneeregen und gefrierendem Regen. Besonders im Süden der USA, darunter in Louisiana und Mississippi, werden katastrophale Eisansammlungen erwartet, die Straßen unpassierbar machen und Stromleitungen beschädigen könnten. Die akute Unwetterlage soll bis mindestens Montag anhalten und anschließend in eine ausgeprägte Frostperiode mit weiteren großen Eisbildungen übergehen. Temperaturen von bis zu minus 45 Grad Celsius "Die kommenden zehn Wintertage werden in den Vereinigten Staaten die schlimmsten seit 40 Jahren sein", warnte Meteorologe Ryan Maue auf X. Die Behörden erwarten gravierende Verkehrsbehinderungen und Stromausfälle durch extrem niedrige Temperaturen sowie starke Windböen. Zunächst sollen der Südwesten und zentrale Gebiete der USA betroffen sein. Anschließend wird der Wintereinbruch den Vorhersagen zufolge auch die Mittelatlantikstaaten und weitere Regionen im Nordosten des Landes erreichen. "Dies ist ein gemeiner Sturm", sagte Jacob Asherman vom US-Wettervorhersagezentrum (WPC). In den nördlichen Bundesstaaten Minnesota sowie North und South Dakota sanken die gefühlten Temperaturen bereits auf lebensbedrohliche minus 45 Grad Celsius. Solche Temperaturen können innerhalb weniger Minuten zu Erfrierungen und ernsthaften Hautverletzungen führen. Die Städte bereiten sich auf den Sturm vor: In vielen Kommunen wurden Wärmestuben für Wohnungslose geöffnet. Vor Supermärkten bildeten sich lange Schlangen von Menschen, die Vorräte für den Wintersturm einkauften. Besonders betroffen von dieser Wetterlage ist der Luftverkehr. Nach Angaben der Website FlightAware wurden in den USA für das Wochenende bereits mehr als 7.000 internationale und Inlandsflüge gestrichen, darunter viele von und nach Texas. So wurden am Großflughafen Dallas-Fort Worth laut Daten der Analysefirma Cirium für Samstag rund zwei Drittel aller geplanten Abflüge gestrichen. Die zuständigen Behörden in Texas betonten jedoch, dass das Stromnetz heute besser gewartet sei als vor fünf Jahren. Damals waren während eines Wintersturms mehr als 200 Menschen gestorben und Millionen Menschen mussten tagelang ohne Strom ausharren. Die Fluggesellschaft Delta Air Lines warnte insbesondere in Ohio und Tennessee vor Ausfällen. Air India strich für Sonntag und Montag alle Flüge von und nach New York sowie Newark. American Airlines setzte kurzfristig zusätzliche Kapazitäten ein, um Reisende noch vor Eintreffen der Sturmfront aus dem Drehkreuz Dallas zu bringen. Die Gouverneurin von New York, Kathy Hochul, rief die Einwohner ihres Bundesstaates dazu auf, zu Hause zu bleiben. "Fünf oder sechs Minuten draußen könnten wortwörtlich gefährlich für Ihre Gesundheit sein", sagte sie und mahnte zu achtsamem Umgang mit Heizungen. Zudem sollten die Menschen ein Auge auf möglicherweise hilflose Nachbarn haben. Für den neuen Bürgermeister von New York, Zohran Mamdani, stellt der Wintersturm eine erste Bewährungsprobe im Amt dar. Er schlug Online-Unterricht als Möglichkeit während der Kälte vor, verzichtete jedoch – anders als andere Stadtverwaltungen – auf eine generelle Schulschließung.