Zeit 28.05.2026
17:29 Uhr

US-Zollpolitik: Exporte der EU in die USA sinken um rund ein Drittel


Trotz eines deutlichen Rückgangs bleiben die USA das wichtigste Abnehmerland von Waren aus der EU. Grund für das Absinken ist die Zollpolitik des US-Präsidenten.

US-Zollpolitik: Exporte der EU in die USA sinken um rund ein Drittel
Die Europäische Union hat im ersten Quartal deutlich weniger Waren in die Vereinigten Staaten exportiert als im Vorjahreszeitraum. Nach Angaben des Statistikamtes Eurostat sanken die Ausfuhren verglichen mit den ersten drei Monaten 2025 um 30,4 Prozent auf einen Wert von 119,4 Milliarden Euro. Dennoch blieben die USA mit einem Anteil von 18,6 Prozent das wichtigste Zielland der Ausfuhren aus der Europäischen Union. Der Einbruch gegenüber den USA ist der stärkste unter den wichtigsten Handelspartnern der EU. Aber auch die Exporte in andere Länder gingen zurück: In die Türkei wurden 8,2 Prozent weniger Waren geliefert, nach China 7,9 Prozent weniger. Insgesamt exportierte die EU im Berichtszeitraum Waren im Wert von 640,5 Milliarden Euro in Drittstaaten. Das entspricht einem Rückgang von 8,8 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2025. Meiste Importe aus China Mit Exporten im Wert von 88,7 Milliarden Euro und einem Anteil von 13,8 Prozent war Großbritannien nach den USA der zweitwichtigste Abnehmer der EU. Danach folgten die Schweiz, China und die Türkei. Auch auf der Importseite verzeichnet die EU für das erste Quartal einen Rückgang. Mit einem Wert von 627,8 Milliarden Euro sanken die Einfuhren um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders deutlich fiel der Rückgang bei Lieferungen aus der Türkei aus, die um 7,5 Prozent schrumpften. Einfuhren aus den USA sanken um 5,7 Prozent, jene aus Großbritannien um 3,4 Prozent. Wichtigstes Lieferland der EU blieb China, das mit einem Anteil von 23,1 Prozent Waren im Wert von 145,3 Milliarden Euro in die EU exportierte. Dahinter lagen die USA, Großbritannien, die Schweiz und die Türkei. Zähe Umsetzung der Vereinbarung US-Präsident Donald Trump hat in seiner zweiten Amtszeit Zölle zu einem zentralen Instrument seiner Wirtschafts- und Außenpolitik gemacht und verschiedene Länder wiederholt mit Einfuhrbeschränkungen belegt. Im vergangenen August einigten sich Trump und EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen auf eine Vereinbarung: Die EU schafft Industriezölle auf US-Waren – darunter Autos und Maschinen – vorübergehend ab; Trump verpflichtete sich im Gegenzug, auf die meisten EU-Produkte maximal 15 Prozent Zoll zu erheben. Die Vereinbarung soll bis Ende 2029 gelten. Die Umsetzung gestaltete sich zäh. Weil das Europaparlament seine Arbeit wegen Unsicherheiten mehrfach aussetzte, drohte Trump abermals mit Zusatzzöllen auf Autos, sollte bis Anfang Juli keine Einigung stehen. Am Mittwoch stimmten die 27 EU-Staaten schließlich einem entsprechenden Gesetz zu. Die Bestätigung durch das Europaparlament ist für Mitte Juni geplant. Das Gesetz enthält eine Notfallklausel: Sollte Trump die Vereinbarung brechen und seine Zölle erhöhen, kann die EU-Kommission die eigene Zollabschaffung mit Zustimmung der Mitgliedstaaten wieder aussetzen. Zusätzliche Unsicherheit brachte ein Urteil des Obersten US-Gerichtshofs im Februar , das Trumps Zollprogramm für verfassungswidrig erklärte. Trumps sektorspezifische Zölle auf Waren wie Stahl, Aluminium und Autos bleiben von der Entscheidung unberührt. Die US-Regierung reagierte mit neuen Ersatzzöllen auf das Urteil. Zwar befand ein Handelsgericht auch diese für rechtswidrig , sie sind nach einem Berufungsantrag der US-Regierung aber vorerst wieder in Kraft .