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13.02.2026
06:54 Uhr
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Taiwan wird dem Deal zufolge 99 Prozent seiner Zölle auf US-Waren abschaffen oder senken. Im Gegenzug reduzieren die USA den Zoll für Importe aus Taiwan auf 15 Prozent.

Die US-Regierung hat nach monatelangen Verhandlungen ein Handelsabkommen mit Taiwan geschlossen. Die Inselrepublik habe sich bereit erklärt, 99 Prozent ihrer Zollschranken abzuschaffen oder zu senken, teilte das Büro des US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer mit. Der Großteil taiwanischer Exporte in die USA soll mit einem Zollsatz von 15 Prozent belegt werden. Dies entspricht dem Zoll, der auch für andere Handelspartner der USA im asiatisch-pazifischen Raum gilt , etwa Japan und Südkorea. Zudem verpflichtet sich Taiwan, für das die USA der wichtigste Verbündete sind, bis 2029 deutlich mehr US-Waren zu kaufen, darunter Flüssigerdgas und Rohöl, Flugzeuge und Triebwerke sowie Anlagen und Ausrüstung für Stromnetze sowie den Schiff- und Stahlbau. Das Abkommen gewährt den USA bevorzugten Zugang, um Industrie- und Agrarwaren wie Autos oder Rindfleisch nach Taiwan zu exportieren. "Dies ist ein neues Kapitel für Taiwans Außenhandel", sagte der taiwanesische Präsident Lai Ching-te. Das Abkommen werde die wirtschaftliche und technologische Zusammenarbeit zwischen Taiwan und den USA vertiefen, fügte er hinzu. Die Vereinbarung muss noch durch das taiwanische Parlament. USA sind auf Computerchips aus Taiwan angewiesen Den Handelsdeal deuteten Beobachter als Anzeichen für eine Vertiefung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den USA und Taiwan. Die Vereinigten Staaten sind etwa bei der Produktion von Computerchips weiterhin stark auf Taiwan angewiesen. Der boomende Halbleiterexport trug in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres zu einem US-Handelsdefizit mit der Insel von fast 127 Milliarden Dollar (rund 107 Milliarden Euro) bei. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer erklärte, das Abkommen werde die Widerstandsfähigkeit der US-Lieferketten, vor allem im Hightech-Bereich, "erheblich verbessern". Lai kündigte an, sein Land werde ein "Taiwan-Modell" für die technologische Zusammenarbeit in den USA etablieren, indem es seine Halbleiter- sowie Informations- und Kommunikationstechnik-Branche mit dem KI-Sektor in den USA integriere. Taiwanische Halbleiter und verwandte Produkte erhalten mit dem Deal eine "bevorzugte Behandlung", teilte das Büro des US-Handelsbeauftragten mit. Taiwan verspricht sich faireren Wettbewerb mit EU Taiwans Regierung teilte mit, der nun festgelegte Zollsatz ermögliche es taiwanesischen Unternehmen, unter gleichen Wettbewerbsbedingungen mit Japan, Südkorea und der EU zu konkurrieren. Zudem werde dadurch der Nachteil beseitigt, der bisher aus dem Fehlen eines Freihandelsabkommens zwischen Taiwan und den USA resultiert habe. Taiwan exportiert vor allem Informations- und Technologieprodukte in die USA. Die USA sind zudem der wichtigste internationale Unterstützer und Waffenlieferant Taiwans, das sich von der Volksrepublik China bedroht sieht . Das Abkommen kommt wenige Monate vor dem für April geplanten Chinabesuch von US-Präsident Donald Trump . China sieht den Inselstaat Taiwan als abtrünnige Provinz an und strebt eine Wiedereingliederung an, notfalls mit Militärgewalt. Taiwan und die USA hatten die Einigung auf ein Handelsabkommen bereits Mitte Januar angekündigt .