Zeit 09.02.2026
13:22 Uhr

US-Zölle: Mittelstand setzt wegen US-Zöllen auf deutschen Markt


Die deutschen Mittelständler reagieren auf die US-Zölle. Mehr als die Hälfte der Unternehmen will ihre Produkte wieder verstärkt in Deutschland verkaufen.

US-Zölle: Mittelstand setzt wegen US-Zöllen auf deutschen Markt
Als Reaktion auf die US-Zölle setzen viele deutsche Mittelstandsunternehmen stärker auf den heimischen Markt. Das geht aus einer Umfrage der DZ Bank hervor, die mehr als tausend Inhaber und Geschäftsführer mittelständischer Firmen befragte. 53 Prozent gaben an, ihre Produkte künftig vermehrt in Deutschland zu verkaufen. Zudem will die Mehrheit der Unternehmen beim Einkauf stärker auf europäische (53 Prozent) oder deutsche (51 Prozent) Lieferanten achten. Insgesamt scheinen die US-Zölle den Mittelstand bisher weniger stark zu treffen als befürchtet: Nur 12 Prozent der rund 1.000 befragten Unternehmen berichten von direkten Auswirkungen auf ihr Geschäft. Vor einem Jahr hatten noch 15 Prozent entsprechende Sorgen geäußert. Trotzdem spüren viele Unternehmen die Zölle indirekt, zum Beispiel durch steigende Preise oder eine sinkende Nachfrage bei Kunden und Lieferanten. Nur 44 Prozent der Firmen sagen deshalb, dass sie gar keine Auswirkungen der US-Zölle bemerken. Autoindustrie besonders betroffen Die fehlende Planungssicherheit belastet laut Umfrage bestimmte Branchen überdurchschnittlich. Im Metall-, Automobil - und Maschinenbau etwa sind vier von zehn Unternehmen betroffen. Auch die Elektro- und Chemieindustrie sei "angesichts ihrer tendenziell stärkeren Auslandsorientierung weit überdurchschnittlich betroffen". Für viele reicht die stärkere Ausrichtung auf den deutschen Markt jedoch nicht aus: 41 Prozent der Unternehmen glauben, dass sie dadurch nicht unabhängig genug von großen Absatzmärkten wie den USA oder China werden. Während das Interesse an Geschäften mit US-Partnern deutlich gesunken ist, gewinnen andere Regionen an Bedeutung – vor allem Westeuropa, Mittel- und Osteuropa sowie Indien.