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24.01.2026
08:01 Uhr
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Das US-Militär will weiterhin eine zentrale Rolle in der Nato spielen. Ein neues Grundsatzdokument macht aber "America First" auch in der Verteidigung zum Prinzip.

Die US-Regierung will sich verteidigungspolitisch neu orientieren. Die neue Verteidigungsstrategie des Pentagon bekennt sich zwar zur Nato . In dem Dokument wird aber auch deutliche Kritik an den Verbündeten in Europa und Asien geübt. Diese würden ihre eigene Sicherheit nicht ausreichend selbst in die Hand nehmen, heißt es in dem Papier. Gefordert wird ein "deutlicher Wandel – in Ansatz, Schwerpunkt und Ton". Man werde weiterhin eine zentrale Rolle innerhalb der Nato spielen – auch wenn man die Präsenz in Europa justiere, heißt es in dem Strategiepapier. Europa bleibe zwar wichtig. Sein Anteil an der globalen Wirtschaftsmacht sinke jedoch. Künftig müssten die Verbündeten einen größeren Teil der Last bei der Eindämmung von Staaten wie Russland oder Nordkorea tragen. Die USA würden sie dabei "entscheidend, aber begrenzter" unterstützen. Abschreckung Chinas Einen Fokus legt das Papier auf die US-Vormachtstellung in der westlichen Hemisphäre und die eigene Landesverteidigung. Als weiteres Ziel wird die Abschreckung Chinas genannt – anders als in früheren Strategiepapieren wird dies jedoch nicht mehr Toppriorität gelistet. Das 34-seitige Papier ist das erste dieser Art seit 2022. Für ein militärisches Grundsatzdokument ist es ungewöhnlich politisch gehalten. "Zu lange hat die US-Regierung es versäumt – ja sogar abgelehnt –, Amerikanerinnen und Amerikaner sowie ihre konkreten Interessen an erste Stelle zu setzen", steht gleich zu Beginn des Dokuments. Nun gelte das Prinzip "America First". Anfang Dezember hatten die USA bereits ihre nationale Sicherheitsstrategie veröffentlicht. Diese wurde in Europa als Bruch der US-Regierung mit der Tradition enger transatlantischer Kooperation gewertet. US-Präsident Donald Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit angekündigt, die US-Unterstützung für Europa zu reduzieren und mehr Eigenleistung der Nato-Verbündeten gefordert. Seine zweite Amtszeit hat zu einer Krise innerhalb der Nato geführt – auch wegen der Drohungen Trumps gegenüber Grönland und Dänemark .