Zeit 09.02.2026
06:09 Uhr

US-Ölembargo: Kuba setzt Betankung von Flugzeugen aus


In Kuba wird wegen der US-Sanktionen Treibstoff knapp. Fluglinien können deshalb auf der Karibikinsel vorerst nicht mehr auftanken. Sie müssen Kerosin anderswo finden.

US-Ölembargo: Kuba setzt Betankung von Flugzeugen aus
Die kubanische Regierung setzt wegen der Ölblockade der USA die Betankung von Flugzeugen für einen Monat aus. Wie mehrere Nachrichtenagenturen unter Berufung auf die Regierung von Kuba berichten, können Fluglinien am internationalen Flughafen von Havanna ab Dienstag nicht mehr auftanken. Flugzeuge müssten nach dem Abflug von anderswo zwischenlanden, um zu tanken. Unter den Betroffenen ist auch die französische Fluglinie Air France, die der Nachrichtenagentur AFP von der bevorstehenden Tanksperre berichtet hat. Bloomberg und die spanische Agentur Efe verweisen zudem auf eine Mitteilung im offiziellen Regierungsnachrichtensystem Notam. Darin heißt es , "Jet A1 Treibstoff" sei vom 10. Februar bis 11. März am Flughafen Havanna nicht mehr verfügbar. Auch andere Flughäfen auf Kuba sind demnach betroffen. Bereits am Wochenende hatte die Regierung in Havanna drastische Notfallmaßnahmen gegen die sich verschärfende Energiekrise angekündigt. Die Vorgaben sollen sicherstellen, dass der Kraftstoff auf Kuba für die Stromproduktion und Lebensmittelherstellung reicht. In Behörden und Staatsbetrieben gilt demnach ab jetzt eine Vier-Tage-Woche. Der Bus-, Bahn- und Fährbetrieb wird stark zusammengestrichen, und an der Universität von Havanna findet 30 Tage lang kaum noch Präsenzunterricht statt. Auch einige touristische Einrichtungen bleiben geschlossen. Mexiko schickt Schiffe mit Hilfsgütern Mexiko hat inzwischen zwei Schiffe mit 814 Tonnen Hilfsgütern nach Kuba entsandt. Die beiden Schiffe hätten Milch, Milchpulver, Fleisch, Bohnen, Reis und Hygieneartikel an Bord, teilte das mexikanische Außenministerium mit. Sie seien am Sonntag ausgelaufen und würden in vier Tagen ankommen. Weitere 1.500 Tonnen Hilfsgüter sollen den Angaben zufolge noch verschifft werden. Ende Januar, nach der Verschleppung des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro durch das US-Militär, hatte US-Präsident Donald Trump auch den wirtschaftlichen Druck auf Kuba erhöht. Staaten, die Erdöl an das Land liefern, drohte er in einem Dekret mit zusätzlichen US-Zöllen. Zuvor hatte er eine vollständige Blockade sanktionierter Öltanker aus Venezuela verhängt. Seitdem erhält Kuba kein Öl mehr aus Venezuela , von dem die Insel bislang stark abhängig war. Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum erklärte, es liefen "diplomatische Bemühungen", die Öllieferungen nach Kuba ermöglichen sollen, ohne dass die USA Mexiko durch Sanktionen bestraften. Kuba erlebt schlimmste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten Am vergangenen Sonntag hatte Trump erklärt, dass seine Regierung derzeit mit den "höchsten Vertretern" in Havanna über ein Abkommen spreche. Die kubanische Regierung teilte daraufhin mit, es gebe Kontakte mit US-Vertretern in Washington, von einem Dialog könne jedoch nicht die Rede sein . Das kommunistisch regierte Kuba steckt in seiner schlimmsten Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Seit Ende 2024 gab es fünf landesweite Stromausfälle, die teilweise mehrere Tage dauerten. Immer wieder haben die Menschen mit Blackouts zu kämpfen, die mitunter mehr als 20 Stunden dauern. Der nur etwa 145 Kilometer von der Südspitze des US-Bundesstaats Florida entfernte Karibikstaat unterliegt seit 1962 einem US-Wirtschaftsembargo.