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08.12.2025
11:16 Uhr
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Die Mutter des Neffen von Karoline Leavitt sitzt in Abschiebehaft. Dort sieht sie sich zu Unrecht – und wirft der US-Regierung Lügen über ihren Kontakt zu Leavitt vor.

Bruna Ferreira, die derzeit inhaftierte Mutter des Neffen von Donald Trumps Sprecherin Karoline Leavitt, wirft der US-Regierung Lügen über ihren Lebenswandel und angeblich fehlenden Kontakt zu Leavitt vor. Nach ihrer Festnahme durch die US-Migrationsbehörde ICE versuche die Regierung, sie als abwesende Mutter darzustellen, und leugne regelmäßige Kontakte zwischen ihr und Leavitt, sagte Ferreira der Washington Post . Ferreira hat einen gemeinsamen Sohn mit Leavitts Bruder Michael Leavitt, mit dem sie inzwischen nicht mehr in einer Beziehung ist. Die US-Regierung bezeichnet die Frau, die derzeit in Abschiebehaft sitzt und nach Brasilien abgeschoben werden könnte, als "Kriminelle", die wegen Körperverletzung vorbestraft sei, legte dafür aber keine Belege vor. Demnach soll Ferreira seit Jahren nicht mit Karoline Leavitt gesprochen und nicht mit ihrem Sohn, Leavitts Neffen, zusammen gewohnt haben. Dem widerspricht die Leavitt-Angehörige. Sie habe Leavitt gegenüber ihrer eigenen Schwester als Taufpatin ihres Sohnes vorgezogen, sagte Ferreira der Washington Post . Trumps Sprecherin habe sie bei regelmäßigen Familienbesuchen getroffen. Die Behauptung, ihr Sohn lebe bei seinem Vater, sei "widerlich" und falsch. Sie und Leavitts Bruder hätten sich auch nach ihrer Trennung gemeinsam um den Sohn gekümmert. Sie könne sich nicht vorstellen, warum die Regierung "dieses Narrativ" über sie verbreite , sagte Ferreira. Leavitts Bruder stützte laut dem Bericht der Washington Post hingegen die Angaben der Regierung. Allerdings hatte er 2015 in Dokumenten eine gemeinsame Adresse für sich, Ferreira und ihren Sohn angegeben. Weder er noch die US-Regierung beantworteten Fragen der Washington Post zu den unterschiedlichen Darstellungen. Leavitt widersprach aber Ferreiras Anschuldigungen, er habe ihr nach ihrer Trennung damit gedroht, dass er für ihre Abschiebung sorgen werde. Anwalt widerspricht Vorwürfen des illegalen Aufenthalts Ferreira war am 12. November von ICE festgenommen worden. Laut dem US-Heimatschutzministerium soll sie sich illegal in den USA aufgehalten haben, weil ihr Touristenvisum 1999 abgelaufen sei. Ihr Anwalt teilte hingegen mit, sie sei als Kind in die USA gebracht worden und stehe unter Schutz des DACA-Programms. Dabei handelt es sich um einen Schutzstatus für Menschen, die als Kinder irregulär mit ihren Eltern in die USA einreisten. Dadurch habe sie einen vorübergehenden Schutz vor Abschiebung, der ihr allerdings bei Gesetzesverstößen entzogen werden könnte. Inzwischen befinde sich Ferreira in einem "rechtmäßigen Einwanderungsverfahren", um eine US-Staatsbürgerschaft zu erhalten, teilte ihr Anwalt mit. Den Angaben der Regierung über eine angebliche Vorbestrafung wegen Körperverletzung widersprach Ferreiras Anwalt laut Washington Post ebenfalls: Es gehe um einen Fall aus dem Jahr 2008, als Ferreira im Alter von 16 Jahren nach einer körperlichen Auseinandersetzung mit einem anderen Mädchen vor ein Jugendgericht vorgeladen wurde. Es sei aber nie zu einer Festnahme oder Verurteilung gekommen. Leavitt gehört als Trumps Sprecherin zu den aktivsten Verteidigerinnen der Antimigrationspolitik des US-Präsidenten sowie der Einwanderungsbehörde ICE. Deren Vorgehen steht seit Monaten unter Kritik, etwa wegen Razzien an Schulen und in Kitas und brachialen Methoden bei der Festnahme von Menschen, denen ICE – häufig ohne klare Belege – illegalen Aufenthalt in den USA vorwirft.