Zeit 11.12.2025
19:59 Uhr

US-Migrationspolitik: USA müssen laut Gerichtsentscheidung Ábrego García freilassen


Ein US-Gericht hat die sofortige Freilassung von Kilmar Ábrego García angeordnet. Er wurde angeblich aus Versehen abgeschoben und konnte erst nach Monaten zurückkehren.

US-Migrationspolitik: USA müssen laut Gerichtsentscheidung Ábrego García freilassen
Ein US-Gericht hat entschieden, dass der Salvadorianer Kilmar Ábrego García sofort freigelassen werden soll. Die Einwanderungsbehörde ICE müsse Ábrego García freilassen, während über seinen Einspruch gegen eine erneute Abschiebung entschieden werde, urteilte Richterin Paula Xinis. Er war im März angeblich versehentlich nach El Salvador abgeschoben worden und wurde erst nach Monaten zurück in die USA gebracht. "Seit Ábrego Garcías Rückkehr aus der unrechtmäßigen Haft in El Salvador wurde er erneut ohne rechtmäßige Befugnis inhaftiert", schrieb die Richterin. "Aus diesem Grund wird das Gericht Ábrego Garcías Antrag auf sofortige Entlassung aus der ICE-Haft stattgeben." Der Mann aus El Salvador ist mit einer Amerikanerin verheiratet und hat mit ihr ein Kind. Er lebt seit vielen Jahren im Bundesstaat Maryland. Ursprünglich war er als Teenager illegal in die Vereinigten Staaten gekommen. Die US-Regierung kündigte an, gegen die Entscheidung Rechtsmittel einzulegen. Eine Sprecherin des Weißen Hauses warf der Richterin vor, "juristischen Aktivismus" zu betreiben, was "leider in vielen Fällen im ganzen Land" zu beobachten sei. Nach Haft in El Salvador folgte Haft in den USA Im März 2025 wurde Ábrego García festgenommen und nach El Salvador abgeschoben. Dort kam er in ein berüchtigtes Hochsicherheitsgefängnis, wo er nach eigenen Angaben misshandelt wurde. Sein Fall sorgte international für Empörung. Unter wachsendem Druck und nach einer Anordnung des Obersten Gerichtshofs holten die US-Behörden ihn im Juni dieses Jahres zurück. Er wurde aber umgehend wieder festgenommen. Da er nicht wieder nach El Salvador abgeschoben werden kann, will ICE ihn in ein afrikanisches Land bringen lassen, wie es die US-Behörden bereits mit mehreren anderen Einwanderern getan haben. Ábrego García klagte dagegen und gab an, die Trump-Regierung nutze das Abschiebungsverfahren illegal, um ihn für die Blamage seiner irrtümlichen Abschiebung nach El Salvador zu bestrafen. Unabhängig davon wird dem Salvadorianer Menschenschmuggel vorgeworfen. Er weist die Anschuldigungen zurück.