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31.01.2026
12:06 Uhr
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Zehntausende Menschen sind in Minneapolis und im ganzen Land gegen die Migrationspolitik von Donald Trump auf die Straße gegangen. Schulen blieben teils geschlossen.

In den USA haben am Freitag erneut zahlreiche Menschen in diversen US-Städten gegen die Migrationspolitik von US-Präsident Donald Trump protestiert. Nach den tödlichen Schüssen von US-Beamten auf Renée Good und Alex Pretti in Minneapolis war zu einem landesweiten Aktionstag unter dem Motto "Nationaler Shutdown" aufgerufen worden. In Minneapolis folgten zehntausende Menschen dem Aufruf. Anders als bei vorherigen Protesten soll es der Polizei zufolge dabei friedlich geblieben sein. Bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt verließen auch Schüler und Lehrer im ganzen Land den Unterricht, um den Abzug von ICE -Mitarbeitern aus dem Bundesstaat Minnesota zu fordern. Der Musiker Bruce Springsteen unterstützte den Protest in Minneapolis und sang seinen neuen Protestsong Streets of Minneapolis , den er nach den tödlichen Schüssen komponiert hatte. "Dies ist für die Menschen von Minneapolis, die Menschen in Minnesota und die Menschen in unserem guten Land, den Vereinigten Staaten von Amerika", sagte Springsteen vor den Demonstranten. Demonstrationen in 46 Bundesstaaten In seinem Lied wendet sich der 76-jährige Musiker gegen "König Trumps Privatarmee", die "Besatzer-Stiefel" trägt und "Pistolen an ihre Mäntel geschnallt hat". Er spielt damit auf die rund 3.000 Beamten der Einwanderungsbehörde ICE und der Grenzschutzagentur CBP an, die die Trump-Regierung nach Minneapolis entsandt hatte, um Zuwanderer ohne Aufenthaltserlaubnis festzunehmen. Die Demonstrationen weiteten sich auf 46 Bundesstaaten im ganzen Land aus. In Aurora im Bundesstaat Colorado und in Tucson in Arizona blieben Schulen geschlossen, da massenhaft Lehrer und Schüler dem Unterricht fernblieben. Journalisten festgenommen Im Zusammenhang mit vorherigen Protesten wurden am Freitag zwei Journalisten festgenommen: der frühere CNN-Moderator Don Lemon und die freie Journalistin Georgia Fort. Lemon und acht weiteren Menschen werden Verstöße gegen die Bürgerrechte vorgeworfen. US-Justizministerin Pam Bondi begründete die Festnahmen damit, dass Lemon und andere einen "koordinierten Angriff" auf eine Kirche im Bundesstaat Minnesota verübt hätten. Demonstranten hatten am 18. Januar einen Gottesdienst in einer Kirche in St. Paul, der Hauptstadt von Minnesota, gestört, weil sie dort den stellvertretenden Leiter des örtlichen ICE-Büros vermuteten. Lemon hatte den Pastor der Kirche interviewt. Der Journalist verbrachte die Nacht zum Samstag in Los Angeles in Gewahrsam, wie sein Anwalt mitteilte. Nach einer kurzen Gerichtsanhörung wurde er US-Medien zufolge wieder freigelassen. Er soll demnach am 9. Februar erneut in Minneapolis vor Gericht erscheinen. Journalistenverbände und auch die Demokraten im Kongress verurteilten das Vorgehen gegen die Journalisten als eklatanten Angriff auf die Pressefreiheit. Trump kritisiert Pretti Präsident Trump übte indes am Freitag erneut scharfe Kritik an dem getöteten Pretti, nachdem er zuvor einen versöhnlicheren Ton angeschlagen hatte. Er schrieb auf seiner Onlineplattform, der Krankenpfleger sei ein "Unruhestifter und möglicherweise Aufständischer" gewesen. Nach der großen Empörung über die Todesfälle hatte Trump zuvor angekündigt, die Lage beruhigen zu wollen. Er entsandte seinen Grenzbeauftragten Tom Homan nach Minneapolis, der inzwischen einen Teilabzug der Einsatzkräfte der Regierung in Aussicht stellte . Konkrete Pläne dazu sind jedoch noch nicht bekannt. Das US-Justizministerium kündigte derweil weitere Untersuchungen zu einem möglichen Verstoß gegen die Grundrechte von Pretti an. Diese sollen die bereits laufenden Untersuchungen des Heimatschutzministeriums sowie der Bundespolizei FBI zu den Umständen der tödlichen Schüsse auf Pretti ergänzen, teilte der stellvertretende Justizminister Todd Blanche mit.