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24.01.2026
07:48 Uhr
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Die Verlegung eines US-Flugzeugträgers in den Nahen Osten sorgt im Iran für Unruhe. Ein Vertreter des Regimes spricht von höchster Alarmbereitschaft.

Der Iran hat den USA mit einem "Krieg mit allen Mitteln" gedroht, sollte es zu einem Angriff kommen. "Sollten die Amerikaner die Souveränität und territoriale Integrität des Irans verletzen, werden wir antworten", zitiert die Nachrichtenagentur Reuters einen hochrangigen Regierungsvertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte. Wie eine iranische Antwort konkret aussehen könnte, ließ er offen. Das Militär sei auf das schlimmste Szenario vorbereitet, weshalb im Iran alles in höchster Alarmbereitschaft sei, fügte er hinzu. In den kommenden Tagen wird in der Region die Eingreiftruppe eines US-Flugzeugträgers erwartet. US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag gesagt, die USA hätten eine "Armada" auf den Weg geschickt. Er hoffe jedoch, sie nicht einsetzen zu müssen. Zuvor hatten US-Medien über die Verlegung des Flugzeugträgers USS Abraham Lincoln und begleitender Schiffe in die Region berichtet. Der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, Mohammed Pakpur, warnte daraufhin vor einem Angriff: Die Streitkräfte stünden bereit "mit dem Finger am Abzug". Trump erneuerte unterdessen seine Warnung an das Regime in Teheran, weder Demonstranten hinzurichten noch das Atomprogramm des Landes wieder aufzunehmen. Offenbar als Reaktion auf Trumps Drohungen waren im Iran zuletzt geplante Hinrichtungen von Regimegegnern ausgesetzt worden. Eine Internetblockade und tausende Tote In dem Land hatte im Dezember eine neue Protestwelle begonnen, die angesichts des brutalen Vorgehens der iranischen Sicherheitskräfte laut Berichten derzeit abgeebbt ist. Menschenrechtsorganisationen gehen von tausenden Toten seit Beginn der Proteste aus. Das Menschenrechtsnetzwerk Hrana mit Sitz in den USA verifizierte nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 5.000 Tote, darunter 4.714 Demonstranten, 207 Staatskräfte, 42 Minderjährige und 39 Unbeteiligte. Weitere 9.787 Todesfälle würden untersucht. Zudem seien rund 26.800 Menschen festgenommen worden. Andere Organisationen gehen von noch höheren Opferzahlen aus. Das Regime selbst spricht von mehr als 3.000 Toten, von denen angeblich ein Großteil aufgrund von "terroristischer Aktivitäten" gestorben sei. Auslöser der Proteste war der Wertverfall der iranischen Währung Rial. Die Demonstrationen weiteten sich jedoch schnell zu landesweiten Demonstrationen mit Forderungen nach einem Sturz der klerikalen Führung aus. Das Regime reagierte auf die Proteste unter anderem mit einer großflächigen Internetblockade.