Zeit 14.01.2026
09:35 Uhr

US-Besitzansprüche auf Grönland: Frankreich eröffnet Konsulat auf Grönland


Als Zeichen gegen die US-Annexionsdrohungen richtet Frankreich ein Konsulat ein. Auch bei US-Republikanern gibt es Widerstand gegen Donald Trumps Pläne.

US-Besitzansprüche auf Grönland: Frankreich eröffnet Konsulat auf Grönland
Frankreich eröffnet ‌angesichts der US-Besitzansprüche auf Grönland ein Konsulat auf der Insel. Die Vertretung solle am ‍6. Februar ihre Arbeit ​aufnehmen, sagte der französische Außenminister ‌Jean-Noël Barrot dem französischen Sender RTL. Die ⁠USA müssten aufhören, ​Grönland zu erpressen und die Kontrolle über die größte Insel der Welt ⁠zu fordern. Die Pläne für das Konsulat gibt es demnach seit dem vergangenen Jahr. "Ein Angriff auf ein anderes Nato-Mitglied würde keinen Sinn ergeben, es wäre sogar gegen die Interessen ​der Vereinigten Staaten", sagte Barrot. US-Präsident Donald Trump hatte bis zuletzt militärische Mittel nicht ausgeschlossen, um Grönland zu US-amerikanischem Gebiet zu erklären . "Und deshalb muss diese Erpressung natürlich aufhören", sagte Barrot. Gesetzentwurf gegen Trump-Pläne im US-Senat Auch in den USA selbst gibt es Widerstand gegen Trumps Pläne – auch unter den Republikanern, denen Trump angehört. Die republikanische Senatorin Lisa Murkowski und die Demokratin Jeanne Shaheen brachten einen Gesetzentwurf in den US-Senat ein, der es Trumps Regierung verbieten würde, das Gebiet eines Nato-Staats ohne die Zustimmung des betroffenen Bündnispartners zu annektieren, zu besetzen oder anderweitig zu kontrollieren. Die beiden Senatorinnen sehen Trumps Pläne als Gefahr für die Nato: "Solch ein Vorgehen würde dem Nordatlantikvertrag widersprechen, den Zusammenhalt der Nato schwächen und die bestehenden Bemühungen des Bündnisses untergraben, der Bedrohung durch Gegner wie Russland und China entgegenzutreten." Die Nato bleibe das erfolgreichste Verteidigungsbündnis in der Geschichte, sagten sie. Es ist unklar, ob ihr Entwurf eine realistische Chance hat, von einer Mehrheit des Senats und anschließend auch im Repräsentantenhaus verabschiedet zu werden. Auch in letzterer Parlamentskammer gibt es aufgrund von Trumps Plänen einen überparteilichen Gesetzentwurf, dessen Erfolgschancen ebenfalls unklar sind. Der Vorstoß im Repräsentantenhaus wurde von mehr als 20 Abgeordneten unterstützt. Grönlandtreffen im Weißen Haus Am heutigen Mittwoch treffen sich der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen und seine grönländische Kollegin Vivian Motzfeldt mit US-Vizepräsident JD Vance und US-Außenminister Marco Rubio im Weißen Haus in Washington, D.C. In dem Gespräch geht es um die US-Ansprüche auf Grönland. Der Termin ist für 16.30 Uhr MEZ (10.30 Uhr Ortszeit) angesetzt. Trump begründet seine Annexionsdrohungen mit einem angeblichen nationalen Sicherheitsinteresse. "Wir sprechen über Erwerb , nicht über eine Pacht", sagte Trump jüngst. Die grönländische sowie die dänische Regierung lehnen Trumps Pläne entschieden ab – ebenso die Mehrheit der Bevölkerung auf Grönland. Grönland ist die größte Insel der Welt. Bis 1953 war es eine Kolonie Dänemarks, mittlerweile ist es weitgehend autonom. Über Bereiche wie Außen- und Verteidigungspolitik entscheidet aber weiter die ehemalige Kolonialmacht Dänemark. Durch die Anbindung an Dänemark ist Grönland auch Teil der Nato.