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13.02.2026
08:32 Uhr
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Donald Trump schickt Marco Rubio zur Sicherheitskonferenz nach München, um die Europäer zu beschwichtigen. Die sollten ihm besser nicht auf den Leim gehen.

Hören Sie auch diese seltsame Stille? 2026 begann mit einem Knall in den internationalen Beziehungen (Donald Trump ließ den venezolanischen Machthaber Nicolás Maduro entführen) und wurde dann Tag für Tag immer lauter (Trump drohte, Grönland zu annektieren). Doch seit der US-Präsident beim Weltwirtschaftsforum in Davos zurückruderte, ist es plötzlich so ruhig, dass man unterbewusst auf den Sturm wartet. Die USA lassen Russland und die Ukraine verhandeln . Dem I ran hat Trump mit einem Angriff gedroht, aber nun reden die beiden Regierungen miteinander. Und auch mit Dänemark und Grönland haben die Amerikaner jetzt eine "Arbeitsgruppe". In dieses Verhandlungsgeflüster hinein findet am kommenden Wochenende die Münchner Sicherheitskonferenz statt, die, wie immer, diplomatischer Laufsteg, Hinterzimmer-Provider und transatlantisches Klassentreffen zugleich ist. Es könnte ein Moment der Aussprache werden, vielleicht sogar der Wiederannäherung. Oder auch der Augenwischerei. Sie wollen ein anderes Europa, eines, das sich selbst nicht mehr kennt Vielleicht sollte man in München Beipackzettel an die Europäer verteilen, wenn da allzu viel Sedierendes gereicht wird: Nehmen Sie nicht zu viel davon. Trauen Sie den leisen Tönen nicht. Diese Medizin hat Risiken und Nebenwirkungen. Im vergangenen Jahr – Trump war noch keinen Monat im Amt – reiste Vizepräsident JD Vance nach München . Er erklärte den Europäern, die eigentliche Gefahr drohe ihnen nicht von Russland, sondern von innen. Er warf ihnen vor, die Meinungs- und Religionsfreiheit zu unterdrücken, und sagte, in Demokratien sei kein Platz für "Brandmauern", gemeint war die Abgrenzung zur AfD. Und er forderte die Europäer auf, "unsere gemeinsame Zivilisation" zu verteidigen, in rechtspopulistischen Kreisen eine Chiffre für eine ethnisch homogene, weiße und christliche Gesellschaft. Die Rede war als Schock gemeint und wurde auch so aufgenommen. Vance wollte und will ein anderes Europa, so anders, dass es sich selbst nicht mehr wiedererkennt. In diesem Jahr kommt aus den USA Außenminister Marco Rubio. Viele Europäer sehen in ihm beinahe schon einen Verbündeten innerhalb der Trump-Regierung. JD Vance wird dort den Ideologen zugerechnet, während Rubio als verständiger und rationaler gilt. Die Amerikaner schicken also "den Guten". Überhaupt ist die Stille voller Beschwichtigungen und nachträglichem Rationalisieren. "Wir wollen die Nato nicht zerstören", beteuerte in dieser Woche der amerikanische Nato-Botschafter in Berlin. "Wir sind immer noch euer Alliierter." Und Marco Rubio hat kürzlich bei einer Anhörung im Senat gesagt: "Unsere Allianz in der Nato wird sich schon zurechtruckeln." Trumps Drohungen sollen bitte als etwas krude Verhandlungstaktik verstanden werden. Die USA: spielen halt ein bisschen härter. Die Europäer: hysterische Hühner, die immer gleich ohnmächtig werden, wenn man sie scharf anguckt. Es ist die Stunde der Normalisierer. Sie sind dafür zuständig, das System nach innen und außen zu stabilisieren, indem sie das Unerhörte und den Wahnsinn zu einer Fehlwahrnehmung der Betroffenen erklären: Was ihr seht, gibt es gar nicht. Es ist alles nur in eurem Kopf. Das ist schon keine beschwichtigende Diplomatie mehr, sondern versuchte Verdummung. Europäer, die die Sicherheitskonferenz besuchen, sollten darauf nichts geben. Erstens sind die Normalisierer Gefangene des Systems Trump und haben weniger Einfluss, als manche es hoffen. Auf Rubios Hilfe kann Europa im Ernstfall nicht zählen. Er will selbst Präsident werden, dazu braucht er die Gunst des Amtsinhabers. Und dafür wiederum muss er mitspielen, egal, was Trump vorhat. Er ist nicht unser Mann in Washington, sondern sein Mann in München. Zudem ist der Moment der Stille gefährlich für Europa. Die Liebe zu den USA ist alt und tief. Eigentlich möchte man nichts lieber als alles vergeben, den Amerikanern wieder in die Arme sinken. Billiger wäre es auch. Man darf unterstellen, dass Rubio das weiß und dass die nachträgliche Normalisierung des präsidialen Wütens strategisch ist. Das emanzipative Momentum, das die Grönland-Krise in Europa erzeugt hat, soll verlangsamt oder sogar gebrochen werden. Die Waffen, die Europa in den vergangenen Wochen gezeigt hat – Gegenzölle, Embargos und vor allem: politischer Wille und Einigkeit –, die stecken für den Moment wieder im Halfter. Unzugänglich verstaut werden sollten sie nicht. Das nächste Grönland kommt bestimmt.