Zeit 10.12.2025
05:36 Uhr

UN-Flüchtlingshilfswerk: Preis für Kameruner Dorfchef für Integration tausender Flüchtlinge


Martin Azia Sodea soll mehr als 36.000 Flüchtlinge aus dem Nachbarland Zentralafrikanische Republik aufgenommen haben. Die UN würdigen ihn als großzügigen Visionär.

UN-Flüchtlingshilfswerk: Preis für Kameruner Dorfchef für Integration tausender Flüchtlinge
Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR hat einen Ortsvorsteher in Kamerun mit seiner höchsten Auszeichnung gewürdigt. Martin Azia Sodea erhält den Nansen-Preis, weil er laut UNHCR 36.000 Menschen aufgenommen und integriert haben soll, die vor den Unruhen in der benachbarten Zentralafrikanischen Republik geflohen waren. Das UNHCR nannte Sodea einen "Visionär, der Tausende Menschen mit seiner Menschlichkeit und Großzügigkeit berührt" hat. Sodea hatte seine Ortschaft Gado-Badzéré und die Umgebung im Norden Kameruns nicht abgeschottet. Vielmehr wies er den Menschen Land zu, damit sie Häuser bauen und Felder zur eigenen Versorgung anlegen konnten. Er habe gemeinsame Ausschüsse aus Einheimischen und Flüchtlingen gegründet, um Spannungen abzubauen, und damit einen Wandel in der Art und Weise angestoßen, wie Flüchtlinge in der gesamten Region aufgenommen werden. "Die ursprüngliche Idee war, einen Weg zu finden, um ihr Überleben und ihre Gesundheit zu sichern", sagte Sodea der Nachrichtenagentur AFP. "Wir sagten uns: 'Wir müssen in direktem Kontakt mit den Flüchtlingen sein, damit sie ihrem Stress entkommen und mit uns kommunizieren können.' Wir haben diese Art des Zusammenlebens etabliert, dann haben wir ihnen Land gegeben und Unterkünfte gebaut." In der Zentralafrikanischen Republik waren 2013 Unruhen ausgebrochen, die Tausende in die Flucht trieben. Nach UNHCR-Angaben waren bis 2021 rund 290.000 Menschen im Osten Kameruns angekommen. Mit dem Nansen-Preis wird "außergewöhnlicher Mut und Mitgefühl" gewürdigt. Er ist nach dem norwegischen Friedensnobelpreisträger Fridtjof Nansen benannt. Der Empfänger des Nansen-Flüchtlingspreises erhält eine Medaille und umgerechnet rund 86.000 Euro, die in humanitäre Projekte reinvestiert werden sollen. 2022 erhielt die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel den Preis für ihre Rolle auf dem Höhepunkt der syrischen Flüchtlingskrise.