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20.02.2026
13:35 Uhr
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Wolfram Weimer hat die türkische Regierung aufgefordert, den Korrespondenten der Deutschen Welle sofort freizulassen. Journalistische Arbeit sei keine Straftat.

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat die sofortige Freilassung des in der Türkei festgenommenen Korrespondenten der Deutschen Welle (DW), Alican Uludağ, gefordert. "Journalistische Arbeit ist keine Straftat", sagte Weimer. Die Vorwürfe der türkischen Regierung gegen den DW-Journalisten seien haltlos. "Er muss freigelassen werden. Die Deutsche Welle und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen in der Türkei frei arbeiten und unabhängig berichten können." Die türkische Staatsanwaltschaft wirft dem Journalisten unter anderem vor, den Präsidenten auf sozialen Netzwerken "beleidigt" und "irreführende Informationen" verbreitet zu haben. Uludağ wurde laut DW-Angaben vor den Augen seiner Familie in Ankara festgenommen . Später wurde er in Istanbul verhört. Die Vorwürfe beziehen sich der DW zufolge auf einen etwa eineinhalb Jahre alten Beitrag auf der Plattform X. Darin habe Uludağ Maßnahmen der Regierung kritisiert, die mögliche Terroristen des Islamischen Staates freigelassen habe. Der türkischen Regierung habe er Korruption vorgeworfen. Als Gerichtsreporter berichtet Uludağ unter anderem über Menschenrechtsverletzungen sowie Strafverfolgungs- und Sicherheitsdienste. Zahlreiche inhaftierte Journalisten in der Türkei Der Vorsitzende der oppositionellen CHP-Partei, Özgür Özel, nannte die Festnahme eine "Schikane". "Wir werden weiterhin die Medienfreiheit und die grundlegendsten Menschenrechte verteidigen und an der Seite unabhängiger Journalisten stehen." DW-Intendantin Barbara Massing bezeichnete die Vorwürfe als haltlos. Uludağ sei "ein bekannter Investigativjournalist, der unter anderem zu Korruption recherchiert, sehr gut vernetzt ist und Zugang zu wichtigen Quellen hat", sagte Massing. Auch sie forderte die umgehende Freilassung des Korrespondenten und warf der türkischen Regierung Unterdrückung der Pressefreiheit vor. In der Türkei sitzen dem Deutschen Journalisten-Verband zufolge zahlreiche Journalisten in Haft. Die Türkei belegt in der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen Platz 159 von 180 Staaten. Ein Großteil der Medien in der Türkei steht unter direkter oder indirekter Kontrolle der Regierung.