Zeit 13.08.2026
10:10 Uhr

Türkei: Inhaftierter Bürgermeister von Istanbul schließt sich neuer Partei an


Mit dem inhaftierten Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu bekommt die »Neue Partei« prominente Unterstützung. Sie hatte sich von der kemalistischen CHP abgespalten.

Türkei: Inhaftierter Bürgermeister von Istanbul schließt sich neuer Partei an
Der inhaftierte ​Istanbuler Bürgermeister Ekrem İmamoğlu schließt sich der neu gegründeten Neuen Partei an. Das gab der als wichtigster Rivale von Präsident Recep ​Tayyip Erdoğan geltende Politiker auf X bekannt. Bisher gehörte İmamoğlu der Oppositionspartei CHP an. Die vom ersten türkischen Präsidenten Mustafa Kemal Atatürk gegründete CHP hatte zuletzt mehrere ihrer prominenten Repräsentanten verloren. Im Juli hatten der langjährige CHP-Politiker Özgür Özel und 90 weitere Abgeordnete die Neue Partei (Yeni Parti) gegründet. Zuvor hatte ein Gericht Özel als CHP-Vorsitzenden und Oppositionsführer abgesetzt. İmamoğlu sitzt seit März 2025 wegen Korruptionsvorwürfen, die er bestreitet, in Untersuchungshaft. Seit 2019 bekleidete er als Oberbürgermeister von Istanbul ein bedeutendes Amt. Die CHP wählte ihn wenige Tage nach seiner Verhaftung zu ihrem Präsidentschaftskandidaten. Opposition und Menschenrechtsgruppen kritisieren die Inhaftierung ⁠hunderter ​CHP-Mitglieder seit 2024 als ‌politisch motiviert. Die Neue Partei vereint inzwischen mehr Parlamentssitze auf sich als die CHP und ist damit die zweitgrößte politische Kraft. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.