Zeit 29.01.2026
15:33 Uhr

Türkei: Die Linke meldet Festnahme deutscher Delegation in der Türkei


Bei einer Reise in Kurdengebiete in der Südosttürkei sollen Aktivisten und Journalisten festgesetzt worden sein. In der Region gibt es derzeit Proteste.

Türkei: Die Linke meldet Festnahme deutscher Delegation in der Türkei
Nach Angaben der Partei Die Linke sind in der Türkei 16 Menschen aus Deutschland festgesetzt worden. Sie hätten auf die humanitäre Notlage der Kurden in Nord- und Ostsyrien aufmerksam machen wollen. Dem Auswärtigen Amt lägen Berichte über mögliche Festnahmen vor, teilte die Partei auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. Mitarbeitende der deutschen Botschaft in Ankara sowie des Generalkonsulats in Istanbul seien dabei, "den Sachverhalt schnellstmöglich aufzuklären" und zu prüfen, ob und wie viele Deutsche betroffen sind. Unter den Festgesetzten sind nach Angaben der Partei Aktivisten und Journalisten sowie ein Vertreter der Linksjugend Solid und ein Mitglied der niedersächsischen Linken. Die Linke teilte mit, bei den Betroffenen handele es sich um Mitglieder einer zivilgesellschaftlichen Delegation, die in kurdische Regionen im Südosten der Türkei gereist sei. Ziel der Reise sei gewesen, Proteste gegen die eskalierende Gewalt in Syrien zu begleiten, auf die humanitäre Lage in Nord- und Ostsyrien hinzuweisen und mögliche Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren. Eine Stellungnahme aus der Türkei liegt bisher nicht vor, eine entsprechende Anfrage beantwortete das Innenministerium in Ankara laut dpa nicht. Die außenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Cansu Özdemir, und Parteichef Jan van Aken forderten eine sofortige Freilassung der Betroffenen. Van Aken verlangte zudem schnellen konsularischen Beistand. Türkei unterstützt Übergangsregierung in Damaskus Die mutmaßliche Festnahme der deutschen Aktivisten und Journalisten fällt in eine Phase erhöhter Spannungen an der Grenze der Türkei zu Syrien. Prokurdische Demonstranten protestierten dort gegen die jüngsten Kämpfe zwischen den Truppen der Übergangsregierung in Damaskus und den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF), die von kurdischen Milizen im Norden Syriens angeführt werden. In Syrien kontrollieren die SDF große Teile des Nordostens und Teile der östlichen Provinz Deir Essor . Dort richteten die Kurden nach dem Rückzug der Regierungskräfte zu Beginn des Syrischen Bürgerkriegs 2011 eine autonome Verwaltung ein. In der Türkei gilt die kurdische Autonomie im türkisch-syrischen Grenzgebiet als eine Bedrohung für die konservativ-islamische Regierungspartei AKP des Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, der wiederum in engem Kontakt mit den neuen islamistischen Machthabern in Damaskus steht.