|
01.12.2025
16:28 Uhr
|
Nach einem seltenen Tropensturm sind vor allem in Indonesien viele Menschen gestorben. Auch in Sri Lanka werden noch Hunderte Menschen vermisst.

In Südostasien sind bei Überschwemmungen und Erdrutschen nach einem Zyklon fast 800 Menschen ums Leben gekommen. Allein in Indonesien stieg die Zahl der Toten offiziellen Angaben zufolge auf 604, zudem wurden 464 Menschen noch vermisst. In Thailand starben mindestens 176 Menschen, in Malaysia drei. Auslöser war ein seltener Tropensturm in der Straße von Malakka, der eine Woche lang für heftige Regenfälle und starken Wind sorgte. Die Rettungsarbeiten wurden dadurch erschwert. In der Stadt Palembayan in der indonesischen Provinz Westsumatra wurde bei besserem Wetter das Ausmaß der Katastrophe sichtbar. Hunderte Menschen räumten Schlamm und Trümmer von den Straßen. Rettungsmannschaften suchten nach Vermissten. Ganze Regionen auf Sumatra seien von der Außenwelt abgeschnitten, teilten die Behörden mit. Bewohner der betroffenen Gebiete in Nordsumatra waren gezwungen, Lebensmittel und Trinkwasser aus Supermärkten zu plündern, um zu überleben. Hilfslieferungen kommen aufgrund der Wetterlage und zerstörter Straßen nur schleppend voran. Einige der am stärksten betroffenen Gebiete sind nur noch per Luft- oder Seeweg erreichbar. Der indonesische Präsident Prabowo Subianto machte sich bei einem Besuch in den betroffenen Provinzen persönlich ein Bild von der Lage. "Wir stellen uns dieser Katastrophe mit Widerstandskraft und Solidarität", sagte er. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde wurden in Indonesien mehr als 28.000 Häuser beschädigt und 1,5 Millionen Menschen in Mitleidenschaft gezogen. In Thailand waren den Behörden zufolge etwa drei Millionen Menschen von den Überschwemmungen in acht südlichen Provinzen betroffen. Das Militär wurde mobilisiert, um Menschen aus überfluteten Gebieten zu retten. Ministerpräsident Anutin Charnvirakul setzte eine Frist von sieben Tagen, bis die Bewohner in ihre Häuser zurückkehren können. In Malaysia befanden sich nach Angaben der dortigen Katastrophenschutzbehörde noch 11.600 Menschen in Notunterkünften. Auch in Sri Lanka Hunderte Tote Auf der anderen Seite des Golfs von Bengalen, im weiter westlich gelegenen Sri Lanka in Südasien, stieg die Zahl der Toten auf 355. Weitere 366 Personen werden noch vermisst. Das teilte der staatliche Katastrophenschutz auf Basis aktualisierter Zahlen mit. Präsident Anura Kumara Dissanayake sprach in einer Ansprache an die Bevölkerung von "der größten und herausforderndsten Naturkatastrophe", die den Inselstaat getroffen habe. Die Rettungs- und Suchaktivitäten gestalteten sich demnach entsprechend schwierig. Die Hochwasserlage entspannt sich den Angaben der Behörden zufolge langsam. Jedoch wurden weitere Erdrutsche gemeldet. Besonders stark betroffen ist der zentrale Landesteil. Ausgelöst wurden die starken Regenfälle durch den Zyklon Ditwah. Am Samstag hatte Ditwah Sri Lanka in Richtung Südindien verlassen, seitdem ließen die Regenfälle nach. Sri Lanka kämpft noch immer mit den Folgen einer schweren Wirtschaftskrise, die das Land vor drei Jahren in den Bankrott getrieben hatte.