Zeit 01.12.2025
19:58 Uhr

Tropensturm: Zahl der Toten nach Zyklon in Asien steigt auf mehr als 1.160


Nach einem seltenen Tropensturm sind vor allem in Indonesien viele Menschen gestorben. Auch in Sri Lanka werden noch Hunderte Menschen vermisst.

Tropensturm: Zahl der Toten nach Zyklon in Asien steigt auf mehr als 1.160
Im Süden und Südosten Asiens sind bei Überschwemmungen und Erdrutschen nach einem Zyklon mehr als 1.160 Menschen gestorben. Allein in Indonesien stieg die Zahl der Toten offiziellen Angaben zufolge auf 604, zudem werden noch 464 Menschen vermisst. Aus Sri Lanka wurden mindestens 390 weitere Tote gemeldet, 352 werden noch vermisst. In Thailand starben mindestens 176 Menschen und in Malaysia drei. Auslöser war ein seltener Tropensturm in der Straße von Malakka, der eine Woche lang für heftige Regenfälle und starken Wind sorgte. Die Rettungsarbeiten wurden dadurch erschwert. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) schrieb auf der Plattform X, er sei in Gedanken bei den Opfern der verheerenden Überschwemmungen und weitreichenden Zerstörungen in Indonesien, Malaysia, Sri Lanka und Thailand. Allen Hinterbliebenen gelte sein tiefstes Mitgefühl. In der Stadt Palembayan in der indonesischen Provinz Westsumatra wurde bei besserem Wetter das Ausmaß der Katastrophe sichtbar. Hunderte Menschen räumten Schlamm und Trümmer von den Straßen. Rettungsmannschaften suchten nach Vermissten. Ganze Regionen auf Sumatra seien von der Außenwelt abgeschnitten, teilten die Behörden mit. Bewohner der betroffenen Gebiete in Nordsumatra seien gezwungen gewesen, Lebensmittel und Trinkwasser aus Supermärkten zu plündern, um zu überleben. Hilfslieferungen kommen aufgrund der Wetterlage und zerstörter Straßen nur schleppend voran. Einige der am stärksten betroffenen Gebiete sind nur noch per Luft- oder Seeweg erreichbar. Der indonesische Präsident Prabowo Subianto machte sich bei einem Besuch in den betroffenen Provinzen persönlich ein Bild von der Lage. "Wir stellen uns dieser Katastrophe mit Widerstandskraft und Solidarität", sagte er. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde wurden in Indonesien mehr als 28.000 Häuser beschädigt und 1,5 Millionen Menschen in Mitleidenschaft gezogen. "Das Schlimmste ist hoffentlich überstanden", sagte Subianto. Die Regierung konzentriere sich nun vorrangig darauf, schnellstmöglich die notwendige Hilfe zu leisten, insbesondere für die von der Versorgung abgeschnittenen Gebiete. In Thailand waren den Behörden zufolge etwa drei Millionen Menschen von den Überschwemmungen in acht südlichen Provinzen betroffen. Das Militär wurde mobilisiert, um Menschen aus überfluteten Gebieten zu retten. Ministerpräsident Anutin Charnvirakul setzte eine Frist von sieben Tagen, bis die Bewohner in ihre Häuser zurückkehren können. In Malaysia befanden sich nach Angaben der dortigen Katastrophenschutzbehörde noch 11.600 Menschen in Notunterkünften. Auch in Sri Lanka Hunderte Tote Auf der anderen Seite des Golfs von Bengalen, im weiter westlich gelegenen Sri Lanka, stieg die Zahl der Toten auf mindestens 390. Weitere 352 Personen werden noch vermisst. Das teilte der staatliche Katastrophenschutz auf Basis aktualisierter Zahlen mit. Präsident Anura Kumara Dissanayake sprach in einer Ansprache an die Bevölkerung von "der größten und herausforderndsten Naturkatastrophe ", die den Inselstaat getroffen habe. Die Rettungs- und Suchaktivitäten gestalteten sich demnach entsprechend schwierig. Die Hochwasserlage entspannt sich den Angaben der Behörden zufolge langsam. Jedoch wurden weitere Erdrutsche gemeldet. Besonders stark betroffen ist der zentrale Landesteil. Ausgelöst wurden die starken Regenfälle durch den Zyklon Ditwah. Am Samstag hatte Ditwah Sri Lanka in Richtung Südindien verlassen, seitdem ließen die Regenfälle nach. Sri Lanka kämpft noch immer mit den Folgen einer schweren Wirtschaftskrise, die das Land vor drei Jahren in den Bankrott getrieben hatte.