Zeit 04.02.2026
04:39 Uhr

Treffen im Weißen Haus: Trump bezeichnet kolumbianischen Staatschef als "wunderbar"


Nach vielen Beschimpfungen haben sich US-Präsident Donald Trump und Kolumbiens Präsident Gustavo Petro angenähert. Sie ringen um einen Pakt gegen Drogenschmuggler.

Treffen im Weißen Haus: Trump bezeichnet kolumbianischen Staatschef als
US-Präsident Donald Trump und der kolumbianische Staatschef Gustavo Petro haben sich nach wochenlangen gegenseitigen Vorwürfen erstmals persönlich im Weißen Haus getroffen. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand der Kampf gegen den Drogenhandel. Bei einer anschließenden Pressekonferenz verkündete Trump, das rund zweistündige Treffen sei hervorragend gelaufen, er finde Petro "wunderbar". Beide Länder arbeiteten nun an einer Partnerschaft im Kampf gegen Drogenschmuggel und einem Ende der US-Sanktionen gegen das südamerikanische Land. Kolumbien ist der weltgrößte ⁠Produzent von Koka, dem Grundstoff für Kokain, gilt jedoch ‌zugleich als einer der engsten Verbündeten ​der US-Regierung im Kampf gegen den Drogenhandel in der Region. Trumps Wortwahl stand in deutlichem Kontrast zu den öffentlichen Anschuldigungen der vergangenen Wochen. Petro sei ein "kranker Mann" und "Anführer einer illegalen Drogenbande", der gerne Kokain produziere und an die USA verkaufe, hatte der US-Präsident kürzlich noch gesagt. Nun sagte er, seine Abneigung habe daran gelegen, dass er Petro nicht besonders gut gekannt habe. Petro will Kokainbauern umstimmen Der kolumbianische Präsident äußerte sich zurückhaltender. Es gebe unterschiedliche Auffassungen über das Problem des Drogenhandels, sagte Petro auf einer Pressekonferenz nach dem Treffen. "Er hat seine Denkweise nicht geändert, ich auch nicht", sagte Petro über Trump. "Aber einen Pakt schließt man auch nicht zwischen Zwillingsbrüdern, einen Pakt schließt man zwischen Gegnern, die einen gemeinsamen Weg finden." Vor Kurzem hatte der Kolumbianer Trump noch ein "seniles Hirn" vorgeworfen und die Verschleppung des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro durch das US-Militär kritisiert. Nach dem Treffen am Dienstag äußerte er sich positiver. Er möge "direkte Amerikaner, Menschen, die sagen, was sie denken", sagte Petro. Trump und er seien "zweifellos sehr unterschiedlich", aber Offenheit stehe an erster Stelle. Der kolumbianische Präsident will statt eines harten militärischen Vorgehens gegen kriminelle Banden die Bauern in Kolumbien davon überzeugen, den Kokainanbau mit legalen Agrarprodukten wie Kaffee oder Kakao zu ersetzen. Zudem will er stärker gegen die Finanziers des internationalen Drogengeschäfts vorgehen. Er habe gegenüber Trump betont, im Kampf gegen den Drogenhandel müsse man gegen "die Barone" vorgehen, sagte Petro. Diese lebten außerhalb Kolumbiens, "in Dubai, Miami und Madrid", und müssten "aufgespürt" werden, forderte Petro. Kolumbien wirbt um US-Investitionen zugunsten von Venezuela Medien waren bei der Begegnung nicht zugelassen. Ein von der US-Regierung veröffentlichtes Foto zeigte die beiden Präsidenten im Oval Office. Auch Vizepräsident JD Vance und US-Außenminister Marco Rubio waren demnach anwesend, ebenso wie hochrangige kolumbianische Vertreter. Beim Treffen ging es auch um Venezuela . "Wir suchen nach Wegen, wie wir Venezuela reaktivieren können", sagte Petro. Er habe dafür geworben, dass die USA in erneuerbare Energieprojekte im Norden Kolumbiens investieren, von denen Venezuela profitieren solle, sagte Petro. Zudem habe er Trump um Vermittlung in einem diplomatischen Streit mit dem Nachbarland ⁠Ecuador gebeten. Kolumbien und die USA waren jahrelang wichtige militärische und wirtschaftliche Verbündete. Seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus vor knapp einem Jahr hatten sich die Beziehungen jedoch verschlechtert. Die US-Regierung wirft zahlreichen Staaten Lateinamerikas vor, den Drogenschmuggel Richtung USA zu fördern und damit die Sicherheit der Vereinigten Staaten zu untergraben.