Zeit 12.02.2026
10:58 Uhr

Treffen der Nato-Verteidigungsminister: Bundesregierung nominiert Carsten Breuer für Nato-Militärausschuss


Die Nato-Verteidigungsminister beraten in Brüssel über die Arktismission. Im Vorfeld hat Deutschland den Bundeswehr-Generalinspekteur für ein hohes Nato-Amt nominiert.

Treffen der Nato-Verteidigungsminister: Bundesregierung nominiert Carsten Breuer für Nato-Militärausschuss
Die Bundesregierung hat Carsten Breuer, Generalinspekteur der Bundeswehr, als Vorsitzenden des Nato-Militärausschusses nominiert. "Ich freue mich sehr, dass wir als Bundesrepublik Deutschland mit Generalinspekteur Carsten Breuer einen exzellenten Kandidaten für diesen Ausschuss haben", sagte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) vor einem Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel. Der Militärausschuss ist die oberste militärische Instanz der Nato. Über den Ausschuss gibt das Verteidigungsbündnis Empfehlungen zu Militärpolitik und -strategie an den Nordatlantikrat, die nukleare Planungsgruppe und die strategischen Befehlshaber der Nato. Somit gilt das Gremium als wichtiges Bindeglied zwischen Politik und Militär innerhalb des Bündnisses. Den Vorsitz übernimmt traditionell ein europäischer Vier-Sterne-General. Die Wahl für den Posten an der Spitze des Ausschusses findet im September statt. Breuer habe in den vergangenen Jahren einen "wesentlichen Beitrag dazu geleistet, die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands voranzubringen", sagte Pistorius. Mit "seinen analytischen Fähigkeiten und seinem Weitblick" habe sich der Generalinspekteur einen Namen gemacht. Breuer werde "hoch geschätzt" und habe "zahlreiche Unterstützer", sagte der Verteidigungsminister. Verteidigungsminister sprechen über Arktik und Ukraine Bei dem Treffen der Verteidigungsminister aller Nato-Mitgliedsländer in Brüssel an diesem Vormittag soll es unter anderem um die Mission in der Arktis gehen, deren Start das Bündnis am Vortag verkündet hatte. Pistorius zufolge wird sich Deutschland in einem ersten Schritt mit vier Eurofighter-Kampfjets an der Nato-Mission Arctic Sentry ("Wächter der Arktis") beteiligen. Laut dem Verteidigungsminister ist der Konflikt zwischen Europäern und ​den USA um Grönland inzwischen weitgehend gelöst. Der US-Kollege von Pistorius, Pete Hegseth, sagte seine Teilnahme an dem Treffen in Brüssel allerdings ab. Zudem beraten die Verteidigungsminister über die weitere Unterstützung der Ukraine. Mychajlo Fedorow, neuer ukrainischer Verteidigungsminister, wird ebenfalls an dem Treffen teilnehmen. Im Anschluss an das Treffen der Verteidigungsminister findet in Brüssel auch eine Sitzung der sogenannten Ukraine-Kontaktgruppe statt. Kallas und Gabriel fordern gemeinsame europäische Schuldenaufnahme Im Vorfeld des Nato-Treffens in Brüssel und der am Freitag beginnenden Münchner Sicherheitskonferenz sprach sich die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas für gemeinsame europäische Schulden zur Finanzierung von Verteidigungsausgaben aus. Die gemeinsame Kapitalaufnahme mache Kredite für alle günstiger, sagte Kallas im Gespräch mit Table.Media . Deshalb sei dieser Schritt sinnvoll. Allerdings könne sie "die Sensibilitäten in der deutschen öffentlichen Debatte" darüber gut verstehen. Schon während der Coronapandemie habe die EU gemeinsame Schulden aufgenommen, sagte Kallas. Genau wie damals habe man es jetzt wieder mit einer Bedrohung für ganz Europa zu tun. Auch Sigmar Gabriel, Vorsitzender der Atlantik-Brücke und früherer deutscher Außenminister, hält neue EU-Gemeinschaftsschulden für Rüstungsprojekte für unausweichlich. Gemeinsam Schulden aufzunehmen, berge zwar Risiken. "Aber russische Truppen an der Grenze zu Polen sind ein größeres Risiko – und übrigens auch teurer." Für die EU werde die Not "jeden Monat größer, schon wegen der Bedrohungslage", sagte Gabriel. "Sollen wir warten, bis die erste Drohne über Berlin fliegt?"