Zeit 25.01.2026
15:15 Uhr

Tödliche Schüsse in Minneapolis: Wer war Alex Pretti?


Angehörige beschreiben den 37-jährigen Alex Pretti als Outdoorfan und gutmütigen Krankenpfleger. Er arbeitete in einem staatlichen Krankenhaus für Kriegsveteranen.

Tödliche Schüsse in Minneapolis: Wer war Alex Pretti?
Der 37-jährige Mann, den Bundesbeamte in Minneapolis am Samstag erschossen haben , war Krankenpfleger und US-Staatsbürger. Familienmitglieder, Freunde und Kollegen beschrieben Alex Jeffrey Pretti in Interviews mit verschiedenen US-Medien als Outdoorfan, der gern mit seinem Hund Joule in der Natur unterwegs war. Er hatte nach Angaben der Nachrichtenagentur AP auf der Intensivstation eines staatlichen Krankenhauses gearbeitet, das vom US-Ministerium für Kriegsveteranen betrieben wurde. "Alex war eine gutmütige Seele, die sich sehr um Familie und Freunde gekümmert hat und auch um amerikanische Kriegsveteranen", schrieben seine Eltern Michael und Susan Pretti in einer gemeinsamen Erklärung. Ihr Sohn habe etwas zum Positiven verändern wollen. Sie stellten die offizielle Darstellung der US-Regierung zum Tatgeschehen infrage und bezichtigten die Behörden der Lüge . "Ihm waren diese Menschen wichtig" Nach Darstellung des Vaters war Pretti ein Menschenfreund, dem die radikalen Einsätze von Beamten der Einwanderungsbehörde ICE nahegegangen seien. Deshalb habe er sich auch an Protesten nach den tödlichen Schüssen auf Renée Good in seiner Stadt beteiligt. Alex habe es als schrecklich empfunden, wie die ICE-Beamten Kinder verschleppt und Menschen einfach von der Straße gerissen hätten, sagte der Vater nach AP-Angaben . "Ihm waren diese Menschen wichtig und er wusste, dass es falsch war, also hat er sich an Protesten beteiligt." Dimitri Drekonja, ein Kollege aus dem Veteranenkrankenhaus, beschrieb Alex Pretti in einem Post auf der Plattform Bluesky als "guten, netten Menschen", der gelebt habe, um anderen zu helfen. Sie hätten sich zum Mountainbikefahren verabredet. Zahlreiche andere Kollegen meldeten sich ebenfalls zu Wort. Eine ehemalige Praktikantin beschrieb den 37-Jährigen in einem Beitrag auf Bluesky, den die Journalistin Brandy Zadrozny verbreitete , als einen Mann, der es nicht einfach hingenommen habe, wenn jemand frauenfeindliche Bemerkungen machte und der ihr an einem schlechten Tag Kaffee gebracht habe. Rechtmäßiger Waffenbesitz Pretti stammt gebürtig aus dem US-Bundesstaat Illinois, lebte aber in Minneapolis . Wie die erschossene Renée Good hatte auch er nach Polizeiangaben keinerlei Vorstrafen. Seine Familie sagt, er habe abgesehen von ein paar Strafzetteln für kleinere Verkehrsvergehen bisher keine Konflikte mit der Justiz gehabt. Seine Eltern leben in Colorado. Sie hatten ihn nach eigenen Angaben jüngst erst gewarnt, bei Demonstrationen auf sich aufzupassen und vorsichtig zu sein. Unklar ist, warum Pretti bei der Demonstration nach Behördenangaben eine Pistole getragen haben soll. Dem Polizeichef von Minneapolis, Brian O'Hara, zufolge war Pretti ein rechtmäßiger Waffenbesitzer. Er habe auch das Recht gehabt, seine Waffe mit sich zu führen. Es kursieren mehrere Videos von dem Vorfall, die aus verschiedenen Blickwinkeln aufgenommen wurden. Laut einer Analyse der Videos durch die New York Times gibt es keine Anzeichen dafür, dass Pretti die Waffe im Verlauf der Konfrontation gezogen oder auch nur entblößt hätte. Zwei Zeugen der Tötung von Alex Pretti haben laut Guardian unter Eid ausgesagt, dass der 37-jährige Intensivkrankenpfleger keine Waffe gezogen habe, als er sich am Samstag in Minneapolis Bundesbeamten näherte. Hinweis: In einer früheren Version dieses Artikels entstand fälschlicherweise der Eindruck, die Journalistin Brandy Zadrozny habe Alex Pretti gekannt. Das haben wir korrigiert.