Zeit 02.02.2026
13:18 Uhr

Tod von Rita Süssmuth: Bundespräsident Steinmeier ordnet Trauerstaatsakt für Rita Süssmuth an


Der verstorbenen Politikerin Rita Süssmuth wird im Rahmen eines offiziellen Trauerstaatsaktes gedacht. Das hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier angeordnet.

Tod von Rita Süssmuth: Bundespräsident Steinmeier ordnet Trauerstaatsakt für Rita Süssmuth an
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat einen Trauerstaatsakt für die verstorbene frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth angeordnet. Das gab das Bundespräsidialamt bekannt. Über Einzelheiten werde der Deutsche Bundestag informieren, der den Trauerstaatsakt ausrichte. Die CDU-Politikerin Süssmuth war am Sonntag im Alter von 88 Jahren gestorben . Steinmeier würdigte Süssmuth als "großartige Frau und eine leidenschaftliche Kämpferin für die Demokratie". In einem Kondolenzschreiben an die Tochter von Süssmuth hieß es, "Rita Süssmuth ist stets vorweg gegangen, war Vordenkerin, Vorkämpferin und Vorbild, insbesondere auch für viele Frauen". Das Amt der Bundestagspräsidentin habe sie durch ihren persönlichen Stil geprägt und dem Amt innen- wie außenpolitisch Gewicht verliehen, schrieb Steinmeier. Der Bundespräsident erinnerte auch an die Rolle von Süssmuth im Kampf gegen Aids. Dort habe sie verstärkt auf Aufklärung und Beratung gesetzt, um der Krankheit zu begegnen und sie zu bewältigen. Merkel bezeichnet Süssmuth als Kämpferin für Gerechtigkeit Auch die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigte Süssmuth als "leidenschaftliche Politikerin" und unermüdliche Kämpfern für Gerechtigkeit. "Rita Süssmuths Stimme wird fehlen, auch mir", sagte sie. Die Verstorbene habe im Kampf für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern "die Defizite schonungslos" benannt. Als Frauenministerin Anfang der Achtzigerjahre sei sie eine "Vorkämpferin für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie"gewesen. Außerdem habe sie sich für die Enttabuisierung von HIV eingesetzt. Süssmuth gehörte dem Bundestag von 1987 bis 2002 an und war von 1988 bis 1998 dessen Präsidentin. Von 1985 bis 1988 war sie außerdem Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit. Ein Trauerstaatsakt ist in der Bundesrepublik eine seltene Ehrerbietung. Sie sind Ausdruck höchster Würdigung einer gestorbenen Persönlichkeit durch die Bundesrepublik Deutschland. Bisher wurde eine solche Ehre vor allem ehemaligen Bundespräsidenten, Bundeskanzlern, Bundestagspräsidenten und zum Teil auch Bundesministern zuteil. Zuletzt gab es einen Trauerstaatsakt für den verstorbenen Bundespräsidenten Horst Köhler im Februar 2025 . Der Akt zeichnet sich dadurch aus, dass die höchsten Repräsentanten der Verfassungsorgane des Bundes und führende Persönlichkeiten aus Politik, Religion, Wirtschaft und Kultur anwesend sind. Hinterbliebene, Weggefährten und Freunde nehmen ebenfalls teil. "Ein Trauerstaatsakt umfasst die von Musikstücken umrahmte Traueransprache, Gedenkreden und die Nationalhymne", heißt es auf der Seite des Bundespräsidialamtes.