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10.12.2025
12:18 Uhr
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Beim Fleischkauf im Supermarkt ist oft unklar, wie Tiere gehalten wurden. Eine verpflichtende Kennzeichnung soll für Klarheit sorgen – doch sie kommt erst Mitte 2027.

Das staatliche Tierhaltungslogo für Fleisch im Supermarkt soll erst ab Juli 2027 verpflichtend zum Einsatz kommen. Das sieht eine Einigung der Koalitionsfraktionen von Union und SPD vor. Die Kennzeichnungspflicht wurde bereits einmal verschoben, war jedoch zuletzt für den 1. März 2026 vorgesehen. Das Logo soll künftig auch für die Außer-Haus-Verpflegung in Restaurants gelten. Das von der Ampelregierung 2023 beschlossene Tierhaltungskennzeichen soll Verbrauchern beim Fleischkauf zeigen, wie Tiere gehalten wurden. Eigentlich sollte das Label ab dem 1. August 2025 gelten. Der Start wurde jedoch nun mehrmals verschoben. Geplant sind fünf Haltungsstufen für Fleisch aus Deutschland: von der niedrigsten Kategorie "Stall", die nur die gesetzlichen Mindeststandards erfüllt, bis zu "Bio". Haltungsformen bald auch in der Kantine Bereits seit 2019 nutzen große Supermarktketten ein freiwilliges, eigenes Label in den Kühlregalen. Die Kennzeichnung mit dem Hinweis "Haltungsform" gilt für Fleisch von Schweinen, Rindern und Geflügel. "Die Verschiebung ist kein Aufschub, sondern ein Auftrag", sagte der SPD-Fachpolitiker Jens Behrens der Nachrichtenagentur dpa. Die Kennzeichnung werde demnach besser, verständlicher und praxistauglicher. "Auch wer in der Kantine oder im Restaurant isst, hat das Recht zu wissen, wie die Tiere gehalten wurden." Unionsfraktionsvize Albert Stegemann sagte der dpa: "Wir reformieren als Koalition die Kennzeichnung grundlegend." Das Verschieben des Inkrafttretens gebe Zeit, um die Frage einer Kennzeichnung auch für ausländische Ware und in der Außer-Haus-Verpflegung zu gestalten. Bei der Neugestaltung solle die Land- und Ernährungswirtschaft eng eingebunden werden.