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02.02.2026
16:41 Uhr
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Um unabhängig von China zu werden, will Japan Seltenerdmetalle in neuen Rekordtiefen abbauen. Der Abbau seltener Erden soll industrialisiert werden – wenn es sich lohnt.

Japan hat in einer Tiefe von fast sechs Kilometern aus dem Meeresboden Meeressedimente mit seltenen Erden geborgen. Die japanische Ministerpräsidentin Sanae Takaichi teilte nach der Testbohrung mit, Seltenerdmetalle seien noch nie aus einer solchen Tiefe gefördert worden. Ziel Japans ist es, eine eigene Produktion seltener Erden aufzubauen, welche wichtig für technische Produkte wie Smartphones oder Elektroautos sind. Die Bohrung nahe der Insel Minamitorishima sei ein erster Schritt zur Industrialisierung der heimischen Produktion, schrieb Takaichi auf X. "Wir werden uns um die Schaffung widerstandsfähiger Lieferketten für Seltenerdmetalle und andere kritische Mineralien bemühen, um eine übermäßige Abhängigkeit von einem bestimmten Land zu vermeiden." Durch die eigenen Bohrungen will Japan auch unabhängig von der chinesischen Produktion seltener Erden werden. Wie groß der Anteil seltener Erden an den Tiefseesedimenten ist, müsse erst analysiert werden, schrieb Japans Regierung. Dazu seien die geborgenen Proben nun im Labor. Zuletzt hatten sich die Beziehungen zwischen Japan und China verschlechtert, weswegen die japanische Regieung besonders bestrebt ist, seine Produktion unabhängig zu machen. Takaichi hatte angekündigt, Japan könnte intervenieren, sollte China Taiwan angreifen – da dann auch Japas Sicherheitsinteressen in Gefahr seien. China betrachtet Taiwan als Teil seines Staatsgebiets. Tiefseebergbau ist umstritten. Staaten und Umweltorganisationen fordern angesichts der Risiken für oft kaum erforschte Ökosysteme jedoch einen Abbaustopp. Bisher gibt es keine verbindlichen Regeln für den Abbau von Bodenschätzen in internationalen Gewässern. Zuletzt war der Versuch einer Einigung auf neue Regeln bei der jährlichen Vollversammlung der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA) gescheitert . Es wird gefürchtet, dass v or allem die neue US-Regierung den grenzenlosen Abbau genehmigen könnte . Norwegen will bis 2029 keine neuen Lizenzen zum Abbau seltener Metalle in der Tiefsee herausgeben.