Zeit 19.12.2025
13:08 Uhr

Terrorismus: Terrorgruppe "Islamischer Staat" ruft zu Anschlägen in Belgien auf


Die islamistische Terrororganisation IS hat über ihre Propagandakanäle zu Anschlägen während der Feiertage in Belgien aufgerufen. Der Anschlag von Sydney wird gelobt.

Terrorismus: Terrorgruppe
Die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) hat zu Anschlägen auf Juden und Christen während der Feiertage in Belgien aufgerufen. Der Appell in einem Newsletter ermuntert ausdrücklich muslimische Flüchtlinge in dem Land, sich in die "Einwandererliste" des Dschihad einzuschreiben. Die belgische Koordinierungsstelle für Bedrohungsanalyse Ocam teilte laut nationalen Medien mit, man sehe derzeit keine konkreten Gefährdungshinweise. Der im Internet kursierende IS-Newsletter lobt die Attentäter von Sydney. Auch in Belgien sei "der Markt des Paradieses geöffnet", heißt es darin. Offenbar eine Anspielung auf die islamistische Vorstellung, durch Selbstmordanschläge einen "Lohn im Paradies" zu erhalten. Ein Ocam-Sprecher sagte laut belgischen Medien, es sei ungewöhnlich, dass Belgien ausdrücklich als Ziel benannt werde. Vor allem nach einem erfolgreichen Anschlag gebe es häufig Aufrufe zu weiteren Taten; allerdings würden sie selten befolgt. In Belgien sei die allgemeine Bedrohungslage weiterhin als ernst eingestuft. Das bedeutet, dass Angriffe als möglich und wahrscheinlich angesehen werden. Bei dem Anschlag in Sydney hatten ein Vater und sein Sohn auf jüdische Feiernde am berühmten Bondi Beach geschossen. 15 Menschen waren dabei getötet worden, einer der Attentäter wurde von der Polizei erschossen. Gegen den anderen wurde wegen 15-fachen Mordes und Terrorismus Anklage erhoben. Die australischen Behörden stuften die Tat als antisemitischen Terrorakt ein. Mehrere Anschlagspläne in Europa offenbar vereitelt Gleich in mehreren Ländern, darunter auch Deutschland, vereitelten die Behörden in den vergangenen Tagen offenbar geplante Anschläge. In Polen war ein Student festgenommen worden, der angeblich einen Sprengstoffanschlag auf einen Weihnachtsmarkt verüben wollte und mit dem IS sympathisierte. In Magdeburg war ein 21-Jähriger festgenommen worden, der laut Ermittlern einen Anschlag auf größere Menschenmengen geplant haben soll, ebenfalls wohl mit einer islamistischen Motivation. Allerdings waren die Pläne noch sehr unkonkret. Der Mann aus Tadschikistan wurde festgesetzt und sitzt bis Januar in Haft, danach soll er abgeschoben werden. Vergangene Woche waren in Niederbayern fünf Männer festgenommen worden. Auch sie sollen einen Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt geplant haben.