|
01.12.2025
14:06 Uhr
|
Ein 19-Jähriger soll einen Anschlag auf die israelische Botschaft in Berlin geplant haben. Der mutmaßliche IS-Unterstützer steht jetzt vor Gericht.

In Berlin startet der Prozess gegen einen 19-Jährigen, der einen Anschlag auf die dortige israelische Botschaft geplant haben soll. Die Bundesanwaltschaft wirft dem russischen Staatsangehörigen tschetschenischer Abstammung unter anderem Unterstützung einer terroristischen Vereinigung im Ausland und die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor. Der Angeklagte wurde am 20. Februar am Flughafen BER festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Laut Anklage soll er vorgehabt haben, sich der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) anzuschließen. Kurz zuvor habe er einem mutmaßlichen IS-Mitglied im Ausland ein Video mit einem Treueschwur auf die Organisation geschickt. Anschlagsplan soll an der Sprengstoffherstellung gescheitert sein Bereits ab Anfang Februar soll der Mann laut Anklage geplant haben, einen Anschlag in Deutschland zu begehen, und online Anleitungen zur Herstellung von Sprengstoff besorgt haben. Dabei soll er die israelische Botschaft in Berlin in Betracht gezogen haben. Der Anschlagsplan sei aber gescheitert, da der Angeklagte es nicht geschafft habe, die Zutaten für den Sprengstoff aufzutreiben. Parallel zu seinen Anschlagsideen soll der Heranwachsende, der in einer Geflüchtetenunterkunft in Potsdam wohnte, für den IS Propagandamaterial ins Russische und Tschetschenische übersetzt haben. Der zuständige Staatsschutzsenat des Kammergerichts Berlin hat bislang insgesamt neun Verhandlungstage bis zum 12. Januar 2026 geplant. Am ersten Verhandlungstag sollte bereits ein Polizist als Zeuge vernommen werden. Der Prozess ist öffentlich, da der Angeklagte zur Tatzeit volljährig war. Das Gericht muss allerdings entscheiden, ob er nach Erwachsenenstrafrecht zu verurteilen ist oder nach dem Jugendstrafrecht.