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14.12.2025
15:16 Uhr
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Bei einem Schusswaffenangriff am Bondi Beach in Sydney sterben zwölf Menschen. Die australischen Behörden sprechen von einem antisemitischen Anschlag. Was wir wissen.

Am weltberühmten Bondi Beach im australischen Sydney hat es einen Schusswaffenangriff gegeben. Die Behörden sprechen von einem antisemitischen Terroranschlag. Offiziellen Angaben zufolge sind zwölf Menschen getötet worden – einer von ihnen ein mutmaßlicher Angreifer. 29 Menschen sind laut Polizei zudem nach jetzigem Stand verletzt. Ein Überblick Was ist am Bondi Beach geschehen? Am Sonntagabend (Ortszeit) hat es am Bondi Beach, dem bekannten Strand der australischen Großstadt Sydney, einen Schusswaffenangriff gegeben. Die Rettungsdienste wurden nach Polizeiangaben gegen 18.45 Uhr Ortszeit zur Campbell Parade gerufen, als dort mutmaßliche Schüsse zu hören waren. Der Angriff soll um 18.47 Uhr begonnen haben. Die Polizei bestätigte einen Schusswaffenangriff durch zwei Männer an dem beliebten Ort . Zwölf Menschen wurden laut Polizei als tot bestätigt, darunter ein mutmaßlicher Schütze. Der zweite mutmaßliche Schütze befindet sich demnach in kritischem Zustand, er wurde festgenommen. Zudem wurden demnach 29 weitere Menschen als verletzt gemeldet, darunter zwei Polizeibeamte. Der Tatort wurde durch die Polizei weitläufig abgesperrt, die Ermittlungen laufen. Nach Polizeiangaben gibt es keine Berichte über weitere Vorfälle in Sydney, die mit diesem in Verbindung stehen. Eine Reihe verdächtiger Gegenstände werde derzeit von Spezialisten untersucht, zudem sei eine Sperrzone eingerichtet worden. Welchem Ziel galt der Angriff? Der Angriff galt einer Veranstaltung zum jüdischen Chanukkafest am Bondi Beach. An diesem Sonntag beginnt das achttägige Lichterfest. Die jüdische Organisation Australian Jewish Association bestätigte den Angriff auf X . Die Organisation teilte Videos von zwei Angreifern mit Schusswaffen und zahlreichen Verwundeten. "Dieser Angriff zielte darauf ab, die jüdische Gemeinde Sydneys am ersten Tag von Chanukka anzugreifen", sagte der Regierungschef des australischen Bundesstaats New South Wales, Chris Minns, auf einer Pressekonferenz. Der Polizeichef von New South Wales, Mal Lanyon, bezeichnete die Attacke als "terroristischen Vorfall". Ein Bekennerschreiben oder Ähnliches gibt es bisher nicht. Die Polizei machte zunächst keine weiteren Angaben zu den Hintergründen der Tat. Auch zur Identität der Personen in Gewahrsam sagte sie nichts. Sie gab ebenfalls noch nicht offiziell Entwarnung. Organisator der angegriffenen Veranstaltung war Chabad, eine jüdische Bewegung streng religiöser Juden, die sich weltweit für die jüdischen Gemeinden engagieren, Schabbatessen organisieren oder Feste anlässlich jüdischer Feiertage. "Die Veranstaltung 'Chanukka am Meer', die um 17.30 Uhr Ortszeit begann, wurde gegen 18.45 Uhr durch Schüsse unterbrochen", heißt es auf der Website der Bewegung. Demnach befindet sich unter den Getöteten Eli Schlanger, stellvertretender Rabbi der Chabad-Gruppe Bondi und einer der Hauptorganisatoren der Veranstaltung. Was weiß man über die Angreifer? Bisher ist über die Angreifer nichts offiziell bekannt. Die Polizei geht von zwei mutmaßlichen Schützen aus. Einer sei tot, der andere werde in kritischem Zustand behandelt. Mike Burgess, Generaldirektor des australischen Inlandsgeheimdienstes, sagte bei einer Pressekonferenz, dass einer der Täter der Behörde bekannt war. Er habe aber "keine unmittelbare Bedrohung" dargestellt. Polizeikommissar Mal Lanyon zufolge nutzten die Angreifer Langwaffen. Weitere selbst gebastelte explosive Vorrichtungen, die in einem Auto gefunden wurden, würden untersucht. Wie steht es um die Opfer? Nach Angaben von Rettungskräften wurden zahlreiche Menschen in Krankenhäuser gebracht. Die Polizei sprach von elf Verletzten, zusätzlich zu den zehn Toten. Sie werden in Krankenhäusern in der Umgebung behandelt. Die Polizei warnte die Bevölkerung dringend davor, sich in der Nähe des Bondi Beach aufzuhalten, und schrieb von einem laufenden Polizeieinsatz. Wie reagiert Australien auf den Angriff? Der australische Premierminister Anthony Albanese teilte mit, er sei in Gedanken bei den Opfern. "Die Szenen in Bondi sind schockierend und beunruhigend", sagte er. Der Anschlag habe sich gegen die jüdische Gemeinde gerichtet, sagte der Regierungschef der Region New South Wales, Chris Minns. Auch der israelische Staatspräsident Izchak Herzog sprach von einem Anschlag auf die jüdische Gemeinde. "Wir wiederholen unsere Warnungen an die australische Regierung immer wieder und fordern Maßnahmen ein, um gegen die enorme Welle des Antisemitismus zu kämpfen, die die australische Gesellschaft heimsucht", sagte Herzog. Auch der Zentralrat der Juden in Deutschland reagierte bestürzt: Die Berichte hätten viele Menschen erschüttert, auch wenn die Hintergründe noch unklar seien, schrieb der Zentralrat auf der Plattform X. Weltweit teilten Politiker und Organisationen ihre Anteilnahme . Welche Geschichte hat Australien mit antisemitischen Anschlägen? Australien gehört zu den Ländern, die seit dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Krieg in Gaza einen dramatischen Anstieg antisemitischer Gewalt erleben. Exakt zu Chanukkabeginn vor einem Jahr wurde etwa eine Synagoge bei Melbourne in Brand gesteckt. Australiens Geheimdienste machten das iranische Regime dafür verantwortlich, ebenso für einen Brandanschlag auf ein Café in Sydney im Oktober 2024. Das iranische Regime habe damit versucht, "den sozialen Zusammenhalt zu untergraben und Zwietracht in unserer Gemeinschaft zu säen", sagte Anthony Albanese im August dieses Jahres und forderte den iranischen Botschafter Ahmad Sadeghi auf, Australien zu verlassen.