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14.12.2025
16:45 Uhr
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Bei einem antisemitischen Anschlag am Bondi Beach in Sydney sterben zwölf Menschen. Israels Premier Netanjahu erhebt schwere Vorwürfe gegen Australien. Was wir wissen.

Am weltberühmten Bondi Beach im australischen Sydney hat es einen Schusswaffenangriff gegeben. Die Behörden sprechen von einem antisemitischen Terroranschlag. Offiziellen Angaben zufolge sind zwölf Menschen getötet worden – einer von ihnen ein mutmaßlicher Angreifer. 29 Menschen sind laut Polizei zudem nach jetzigem Stand verletzt. Ein Überblick Was ist am Bondi Beach geschehen? Am Sonntagabend (Ortszeit) hat es am Bondi Beach, dem bekannten Strand der australischen Großstadt Sydney, einen Schusswaffenangriff gegeben. Die Rettungsdienste wurden nach Polizeiangaben zur Campbell Parade gerufen, als dort mutmaßliche Schüsse zu hören waren. Der Angriff soll um 18.47 Uhr begonnen haben. Die Polizei bestätigte einen Schusswaffenangriff durch zwei Männer an dem beliebten Ort . Zwölf Menschen wurden laut Polizei als tot bestätigt, darunter ein mutmaßlicher Schütze. Der zweite mutmaßliche Schütze befindet sich demnach in kritischem Zustand, er wurde festgenommen. Zudem wurden demnach mindestens 29 weitere Menschen als verletzt gemeldet, darunter zwei Polizeibeamte. Durch sein mutiges Eingreifen hat ein Passant am Bondi Beach womöglich vielen Menschen das Leben gerettet. Wie in Videos zu sehen ist, die sich in den sozialen Medien verbreiteten und von Reuters als echt bestätigt wurden, überwältigte und entwaffnete er einen der Angreifer. Der Tatort wurde durch die Polizei weitläufig abgesperrt, die Ermittlungen laufen. Nach Polizeiangaben gibt es keine Berichte über weitere Vorfälle in Sydney, die mit diesem in Verbindung stehen. Eine Reihe verdächtiger Gegenstände werde derzeit von Spezialisten untersucht, zudem sei eine Sperrzone eingerichtet worden. Welchem Ziel galt der Angriff? Der Angriff galt einer Veranstaltung zum jüdischen Chanukkafest am Bondi Beach. An diesem Sonntag beginnt das achttägige Lichterfest. Die jüdische Organisation Australian Jewish Association bestätigte den Angriff auf X . Die Organisation teilte Videos von zwei Angreifern mit Schusswaffen und zahlreichen Verwundeten. "Dieser Angriff zielte darauf ab, die jüdische Gemeinde Sydneys am ersten Tag von Chanukka anzugreifen", sagte der Regierungschef des australischen Bundesstaats New South Wales, Chris Minns, auf einer Pressekonferenz. Der Polizeichef von New South Wales, Mal Lanyon, bezeichnete die Attacke als "terroristischen Vorfall". Ein Bekennerschreiben oder Ähnliches gibt es bisher nicht. Die Polizei machte zunächst keine weiteren Angaben zu den Hintergründen der Tat. Auch zur Identität der Personen in Gewahrsam sagte sie nichts. Sie gab ebenfalls noch nicht offiziell Entwarnung. Organisator der angegriffenen Veranstaltung war Chabad, eine jüdische Bewegung streng religiöser Juden, die sich weltweit für die jüdischen Gemeinden engagieren, Schabbatessen organisieren oder Feste anlässlich jüdischer Feiertage. "Die Veranstaltung 'Chanukka am Meer', die um 17.30 Uhr Ortszeit begann, wurde gegen 18.45 Uhr durch Schüsse unterbrochen", heißt es auf der Website der Bewegung. Demnach befindet sich unter den Getöteten Eli Schlanger, stellvertretender Rabbi der Chabad-Gruppe Bondi und einer der Hauptorganisatoren der Veranstaltung. Was weiß man über die Angreifer? Bisher ist über die Angreifer nichts offiziell bekannt. Die Polizei geht von zwei mutmaßlichen Schützen aus. Einer sei tot, der andere werde in kritischem Zustand behandelt. Mike Burgess, Generaldirektor des australischen Inlandsgeheimdienstes, sagte bei einer Pressekonferenz, dass einer der Täter der Behörde bekannt war. Er habe aber "keine unmittelbare Bedrohung" dargestellt. Polizeikommissar Mal Lanyon zufolge nutzten die Angreifer Langwaffen. Weitere selbst gebastelte explosive Vorrichtungen, die in einem Auto gefunden wurden, würden untersucht. Wie steht es um die Opfer? Nach Angaben von Rettungskräften wurden zahlreiche Menschen in Krankenhäuser gebracht. Die Polizei sprach von mindestens 29 Verletzten. Sie werden in Krankenhäusern in der Umgebung behandelt. Der Polizeipräsident des australischen Bundesstaats New South Wales, Mal Lanyon, sagte, dass sich die Zahl der Toten aufgrund der vielen Verletzten noch ändern könne. Nach Angaben des israelischen Außenministeriums ist mindestens ein Israeli unter den Toten. Die Polizei warnte die Bevölkerung dringend davor, sich in der Nähe des Bondi Beach aufzuhalten, und schrieb von einem laufenden Polizeieinsatz. Welche Vorwürfe gibt es aus Israel? Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu machte der australischen Regierung nach dem Anschlag unterdessen schwere Vorwürfe. Er habe seinen Amtskollegen gewarnt, dass die Politik des Landes den Antisemitismus schüre, sagte Netanjahu. Antisemitismus verbreite sich, "wenn führende Politiker schweigen", sagte Netanjahu. Der israelische Staatspräsident Izchak Herzog sprach von einem Anschlag auf die jüdische Gemeinde. "Wir wiederholen unsere Warnungen an die australische Regierung immer wieder und fordern Maßnahmen ein, um gegen die enorme Welle des Antisemitismus zu kämpfen, die die australische Gesellschaft heimsucht", sagte Herzog. Die Organisation Australian Jewish Association hatte zuvor auf X geschrieben: "Wir haben so oft davor gewarnt, dass es so kommen würde." Weltweit teilten Politiker und Organisationen ihre Anteilnahme . Wie reagiert Australien auf den Angriff? Der Regierungschef der Region New South Wales, Chris Minns, sagte, der Anschlag habe sich gegen die jüdische Gemeinde gerichtet. Australiens Premierminister Anthony Albanese sprach von einem "verheerenden Terroranschlag", der gezielt gegen Juden in Sydney gerichtet gewesen sei. Er sei in Gedanken bei den Opfern, sagte Albanese. "Die Szenen in Bondi sind schockierend und beunruhigend." Welche Geschichte hat Australien mit antisemitischen Anschlägen? Australien gehört zu den Ländern, die seit dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Krieg in Gaza einen dramatischen Anstieg antisemitischer Gewalt erleben. Exakt zu Chanukkabeginn vor einem Jahr wurde etwa eine Synagoge bei Melbourne in Brand gesteckt. Australiens Geheimdienste machten das iranische Regime dafür verantwortlich, ebenso für einen Brandanschlag auf ein Café in Sydney im Oktober 2024. Das iranische Regime habe damit versucht, "den sozialen Zusammenhalt zu untergraben und Zwietracht in unserer Gemeinschaft zu säen", sagte Anthony Albanese im August dieses Jahres und forderte den iranischen Botschafter Ahmad Sadeghi auf, Australien zu verlassen.