Zeit 17.12.2025
07:40 Uhr

Terroranschlag in Sydney: Mutmaßlicher Schütze von Bondi Beach wegen 59 Straftaten angeklagt


Ermittler werfen dem überlebenden mutmaßlichen Attentäter von Sydney Mord und Terrorismus vor. Die Behörden wollen den 24-Jährigen möglichst bald vernehmen.

Terroranschlag in Sydney: Mutmaßlicher Schütze von Bondi Beach wegen 59 Straftaten angeklagt
Die australische Polizei hat den überlebenden mutmaßlichen Schützen des Anschlags am Bondi Beach wegen 59 Straftaten angeklagt. Zu den Vorwürfen gehört neben Mord auch Terrorismus. Zuvor hatte die Polizei mitgeteilt, im Laufe des Tages eine Vernehmung durchführen zu wollen. Am vergangenen Sonntag ereignete sich am Bondi Beach die schwerste Terrorattacke in der jüngeren Geschichte Australiens. Ziel der Attacke war das jüdische Chanukkafest, das am Strand gefeiert wurde. Nach bisherigen Erkenntnissen töteten zwei Angreifer 15 Menschen, mehr als 40 wurden teils lebensgefährlich verletzt. Derzeit werden noch 21 Menschen im Krankenhaus behandelt, fünf von ihnen befanden sich zuletzt in kritischem Zustand. Der ältere der beiden Verdächtigen, ein 50-jähriger Mann, wurde von der Polizei erschossen. Sein 24-jähriger Sohn wurde angeschossen, festgenommen und liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Inzwischen gilt es als gesichert, dass die mutmaßlichen Täter Verbindungen zur Terrororganisation Islamischer Staat (IS) hatten. In dem Auto des Sohnes wurden Behördenangaben zufolge mehrere Sprengsätze und zwei selbst gemachte IS-Flaggen gefunden. Sohn bereits 2019 wegen IS-Verbindungen überprüft Nach Angaben des australischen Premierministers Anthony Albanese hatte der australische Inlandsgeheimdienst den Mann bereits 2019 wegen mutmaßlicher Verbindungen zu einer Terrorzelle des IS in Sydney überprüft. Damals wurden jedoch keine Hinweise auf eine Gefahr erkannt. "Wir müssen zurückschauen auf das, was 2019 geschehen ist, als man diesen Mann überprüft hat, welche Schlüsse damals gezogen wurden", sagte Albanese dem Sender ABC NewsRadio. Alles gehöre auf den Prüfstand, auch die Zusammenarbeit von Geheimdiensten, Sicherheitsbehörden und Polizei. Verschärfung des Waffenrechts angekündigt Beide Männer waren wenige Wochen vor dem Anschlag in den Süden der Philippinen gereist, wo sie Medienberichten nach eine militärähnliche Ausbildung erhalten haben sollen. Der IS ist auf den Philippinen über lokale dschihadistische Gruppen aktiv. Nach Angaben der Regierung von New South Wales steht nun eine Verschärfung der Waffen- und Demonstrationsgesetze bevor. Der Premierminister des Bundesstaates, Chris Minns, kündigte an, das Parlament in der kommenden Woche einzuberufen, um über "dringende" Reformen zu beraten. Dazu sollen unter anderem strengere Regeln für den Erwerb leistungsstarker Schusswaffen gehören. Auch der Zugang zu großen Straßenprotesten nach Terroranschlägen könnte demnach eingeschränkt werden. Premierminister Albanese sieht sich der Kritik ausgesetzt, dass die australische Regierung nicht genug getan habe, um einer Zunahme von Antisemitismus in Australien entgegenzuwirken. "Wir werden mit der jüdischen Gemeinde zusammenarbeiten, wir wollen Antisemitismus aus unserer Gesellschaft ausmerzen und beseitigen", sagte Albanese.