Zeit 29.12.2025
06:20 Uhr

Taiwan: China testet erneut Kampfbereitschaft rund um Taiwan


China hat ein weiteres großes Militärmanöver vor der Küste Taiwans begonnen. Die Übung sei eine "ernste Warnung" an Kräfte, die eine Unabhängigkeit der Insel förderten.

Taiwan: China testet erneut Kampfbereitschaft rund um Taiwan
China hat erneut eine großangelegte Militärübung rund um Taiwan begonnen. Die Manöver seien als "ernste Warnung" vor separatistischen und "sich von außen einmischenden" Kräften zu verstehen, die Taiwans Unabhängigkeit fördern wollten, hieß es in einer Erklärung des östlichen Kommandos des chinesischen Militärs. Es handele sich um eine legitime und notwendige Aktion, um die Souveränität und nationale Einheit Chinas zu wahren. Auch scharfe Munition komme zum Einsatz. Anvisiert werden den Angaben nach "maritime Ziele im Norden und Südwesten Taiwans". Die Armee setze Zerstörer, Fregatten, Jäger, Bomben und Drohnen ein. Geplant sei, dass sich Schiffe "aus verschiedenen Richtungen in unmittelbarer Nähe der Insel Taiwan nähern", teilte Militärsprecher Shi Yi mit. In einer separaten Mitteilung kündigte die chinesische Volksbefreiungsarmee an, ab Dienstag Schießübungen in fünf ausgewiesenen Zonen rund um Taiwan abhalten zu wollen. Die Armee veröffentlichte zudem eine Karte, in der fünf große Gebiete markiert waren, in denen Übungen mit scharfer Munition stattfinden sollten. Taiwan verurteilt chinesische Manöver Taiwan meldete vier Boote der chinesischen Küstenwache vor seiner Nord- und Ostküste. Die Armee der Insel schickte nach eigenen Angaben "umgehend größere Schiffe" und unterstützende Einheiten in die betroffenen Gebiete. Zugleich verurteilte Taiwans Regierung die neuen Militärübungen. Chinas Vorgehen untergrabe die Sicherheit und Stabilität in der Region und stelle eine offene Herausforderung für internationales Recht und die internationale Ordnung dar, sagte eine Sprecherin des Präsidialamts. Japan und die USA hatten Chinas Führung verärgert China führt immer wieder Manöver rund um Taiwan durch. Es ist jedoch das ‌erste Mal, dass China öffentlich mitteilt, ​das Manöver ziele auch auf die "Abschreckung" einer ausländischen militärischen Einmischung ⁠ab. China hatte zuletzt im April Übungen mit scharfer Munition vor Taiwan ausgeführt. Die chinesische Armee übt jedoch nahezu täglich mit Kriegsschiffen und Militärflugzeugen in der Region. Das neue Manöver folgt auf Spannungen mit den USA und Japan. Die japanische Ministerpräsidentin Sanae Takaichi hatte für Kritik der chinesischen Staatsführung im November gesorgt , als sie sagte, ein möglicher Angriff Chinas auf Taiwan könnte eine militärische Reaktion Japans auslösen. Kurze Zeit später hatten die USA neue Waffenlieferungen an Taiwan im Wert von ⁠11,1 Milliarden US-Dollar angekündigt . Der geplante US-Rüstungsdeal soll Mittelstreckenraketen, Haubitzen und Drohnen umfassen. Wenn der US-Kongress zustimmt, wäre es das größte jemals von den Vereinigten Staaten an Taiwan verkaufte Waffenpaket. China zählt die Inselrepublik zu seinem Territorium, obwohl Taiwan seit Jahrzehnten eine von China unabhängige und demokratisch gewählte Regierung hat. Die Volksrepublik will sich Taiwan einverleiben und droht mit dem Einsatz des Militärs, sollte dies nicht auf friedlichem Wege gelingen.