Zeit 11.02.2026
09:12 Uhr

TÜV-Verband: Jeder dritte Teilnehmer scheitert an der Fahrprüfung


Viele Fahrschülerinnen und Fahrschüler sind im letzten Jahr an der Führerscheinprüfung gescheitert. Im Vergleich zu vor zehn Jahren ist die Zahl deutlich gestiegen.

TÜV-Verband: Jeder dritte Teilnehmer scheitert an der Fahrprüfung
Im vergangenen Jahr hat es erneut eine hohe Durchfallquote bei Fahrschülerinnen und Fahrschülern gegeben. Zahlen aus dem aktuellen Datenreport des TÜV-Verbands zeigen, dass 44 Prozent an der Theorieprüfung und 37 Prozent an der praktischen Prüfung scheiterten. Die Zahlen kommen mitten in der Debatte darüber, wie der Führerschein günstiger werden kann. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) will dazu im Laufe des Tages Eckpunkte einer Reform der Fahrschulausbildung vorstellen. Der TÜV-Verband sprach von einem hohen, aber weitgehend konstanten Niveau bei der Nichtbestehensquote. Diese umfasst sowohl Erst- als auch Wiederholungsprüfungen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich nur wenig an den Zahlen geändert: 2024 lag die Durchfallquote bei 45 Prozent in der Theorie und ebenfalls bei 37 Prozent in der Praxis. Im Zehnjahresvergleich zeigt sich jedoch ein deutlicher Unterschied: 2016 waren es nur 37 Prozent in der Theorie- und 32 Prozent in der praktischen Prüfung. Außerdem zeigen die Zahlen, dass junge Menschen besser abschneiden . Nur 35 Prozent der unter 18-Jährigen fielen durch die theoretische und 24 Prozent durch die praktische Prüfung. Zudem weisen die Daten darauf hin, dass deutlich weniger Fahrschülerinnen und Fahrschüler beim ersten Versuch scheitern. Führerscheinprüfungen im Jahr 2025 auf einen neuen Höchststand Laut TÜV-Verband lagen die Bestehensquoten im Erstversuch im Jahr 2025 bei 63 Prozent in der Theorie und 65 Prozent in der Praxis. Die Erfolgsquoten bei Wiederholungsversuchen waren deutlich niedriger. "Die Gruppe der Wiederholenden tut sich schwer und scheitert häufig sogar mehrfach", teilte Richard Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug und Mobilität beim TÜV-Verband, mit. Jede nicht bestandene Prüfung bedeute zudem eine zusätzliche mentale, finanzielle und zeitliche Belastung für die Betroffenen . "Wer den Führerscheinerwerb effizienter und kostengünstiger gestalten will, muss alles daransetzen, den ersten Prüfungsversuch zum Erfolg zu machen." Insgesamt haben im letzten Jahr deutlich mehr Menschen eine Führerscheinprüfung absolviert. Laut TÜV wurden 2025 2,04 Millionen Theorieprüfungen und rund 1,89 Millionen Praxisprüfungen abgelegt. Die Zahlen des Datenreportes beziehen sich auf den Pkw-Führerschein der Klassen B und B17 – letzteres steht für begleitetes Fahren ab 17. Weniger Anmeldungen bei Fahrschulen seit Ankündigung der Reformen In den vergangenen Jahren sind die Kosten für den Führerschein gestiegen . Dagegen will Verkehrsminister Schnieder etwas unternehmen. Bereits im vergangenen Oktober hatte er Reformvorschläge für einen günstigeren Führerschein vorgelegt . Geplant sind unter anderem Vereinfachungen und digitale Lösungen für die theoretischen und praktischen Teile. Seit der Ankündigung der Reform ist laut Fahrlehrerverbänden in vielen Fahrschulen die Zahl der Anmeldungen eingebrochen, da potenzielle neue Fahrschüler abwarten wollen, bis der Führerschein günstiger wird. Der TÜV-Verband sieht einen Vorteil darin, dass digitale Lernmittel gestärkt werden sollen. Dazu sollten jedoch verbindliche, einheitliche digitale Lernstandskontrollen als Voraussetzung für die Prüfungszulassung eingeführt werden. Kritisch bewertet der TÜV hingegen Vorschläge, die Anforderungen in der Fahranfängervorbereitung pauschal abzusenken, da dies die Verkehrssicherheit gefährden könnte.