Zeit 22.12.2025
22:41 Uhr

Syrien: Zwei Tote bei Gefechten zwischen syrischer Armee und Kurden in Aleppo


In Aleppo ist es zu Gefechten zwischen Soldaten der Regierung und kurdischen Einheiten gekommen. Zwei Menschen wurden laut Staatsmedien getötet und mehrere verletzt.

Syrien: Zwei Tote bei Gefechten zwischen syrischer Armee und Kurden in Aleppo
In der syrischen Stadt Aleppo ist es Staatsmedien zufolge zu Kämpfen zwischen Regierungseinheiten und kurdischen Truppen gekommen. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete unter Berufung auf das Innenministerium, zwei Zivilisten seien getötet und mindestens 15 weitere verletzt worden. Anwohner berichteten der Nachrichtenagentur dpa, dass schwere Waffen eingesetzt worden seien. Beide Seiten machten sich gegenseitig für den Angriff verantwortlich. Zahlreiche Menschen sollen die Gegend aus Sorge vor einer weiteren Eskalation verlassen haben. Augenzeugen berichteten von einer starken Armeepräsenz und lauten Explosionen. Sana zufolge geriet auch ein Rettungswagen unter Beschuss. Nach Angaben der mehrheitlich kurdischen Demokratischen Kräften Syriens (SDF) hatten regierungsnahe Soldaten einen Kontrollpunkt angegriffen. Sie bezeichneten den Vorfall als "Eskalation", die das Leben von Zivilisten und die Sicherheit der gesamten Stadt bedrohe. Demnach fanden die anhaltenden Gefechte mit Mörsern und schweren Waffen in den mehrheitlich kurdischen Stadtteilen Scheich Maksud und Aschrafijeh statt. Das Verteidigungsministerium in Damaskus wies die Vorwürfe zurück und erklärte, Kämpfer der SDF hätten Stellungen des Militärs angegriffen. Die Armee habe lediglich auf das Feuer reagiert. SDF und Regierungstruppen einigen sich auf Deeskalation Später am Abend einigten sich beide Seiten auf eine Deeskalation. Das Oberkommando der Armee habe den Befehl erteilt, die Stellungen der SDF nicht weiter anzugreifen, berichtete die Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf das Verteidigungsministerium. Die SDF teilte später in einer Stellungnahme mit, dass sie nach Deeskalationsgesprächen Anweisungen erteilt habe, nicht mehr auf Angriffe der syrischen Regierungstruppen zu reagieren. Der Gouverneur von Aleppo kündigte für Dienstag eine vorübergehende Aussetzung des Unterrichts an allen öffentlichen und privaten Schulen und Universitäten und der Anwesenheitspflicht in den Regierungsbehörden im Stadtzentrum an. Im Oktober hatten die Regierungstruppen und Kurden in der zweitgrößten Stadt des Landes eine Waffenruhe vereinbart. In den beiden Stadtteilen war es wiederholt zu Auseinandersetzungen gekommen. Seit dem Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad im Dezember vergangenen Jahres wird Aleppo von der neuen islamistischen Übergangsregierung regiert. Die beiden Stadtteile Scheich Maksud und Aschrafijeh stehen weiterhin unter der Kontrolle kurdischer Einheiten.