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21.01.2026
12:28 Uhr
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Bei Kämpfen im Nordosten Syriens ist eine unbekannte Zahl von IS-Kämpfern aus einem Gefängnis entkommen. Die GdP sieht darin ein Sicherheitsrisiko auch für Deutschland.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) warnt vor einer möglichen unkontrollierten Rückkehr deutscher Angehöriger der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) aus Syrien. Dazu könne es kommen, nachdem bei Kämpfen zwischen syrischen Regierungstruppen und kurdischen Milizen im Nordosten Syriens inhaftierte IS-Kämpfer aus einem Gefängnis entkommen waren. "Einige der seit Jahren mit ihresgleichen in Syrien einsitzenden Islamisten könnten auf Rache sinnen", sagte der GdP-Vorsitzende Jochen Kopelke dem Tagesspiegel . Die kurdische Miliz SDF war vergangene Woche von syrischen Truppen zurückgedrängt worden und zog dabei aus dem Lager Al-Hol ab, wo Tausende Angehörige mutmaßlicher IS-Kämpfer einsitzen. Wie das syrische Militär später mitteilte, sollen einige Gefangene entkommen sein. Angaben zur Zahl entkommener Gefangener gehen stark auseinander Über die Zahl entkommener IS-Kämpfer gibt es bislang keine Klarheit . Die SDF teilte mit, rund 1.500 IS-Kämpfer seien ausgebrochen. Sie warfen Milizen, die mit der Übergangsregierung in Damaskus verbündet sind, vor, trotz eines am Sonntag angekündigten Waffenstillstandes Gefängnisse, in denen IS-Kämpfer inhaftiert waren, attackiert zu haben. Das syrische Innenministerium gibt hingegen an, es seien 120 IS-Mitglieder entkommen, von denen 80 bereits wieder festgenommen worden seien. Die SDF kontrollierte zuletzt mehr als ein Dutzend Gefängnisse im Nordosten des Landes, in denen etwa 9.000 mutmaßliche IS-Mitglieder seit Jahren ohne Gerichtsverfahren festgehalten werden. Viele von ihnen sollen in Syrien und im Irak Gräueltaten verübt haben. Auswärtiges Amt geht von zweistelliger Zahl deutscher IS-Kämpfer aus Dem Bericht des Tagesspiegels zufolge ging das Auswärtige Amt im vergangenen Jahr davon aus, dass in Syrien zuletzt eine "niedrige bis mittlere zweistellige Zahl" deutscher Dschihadisten inhaftiert gewesen sei. Ähnlich viele dort zuletzt einsitzende Islamisten hätten zwar keine deutsche Staatsbürgerschaft, aber einen "Deutschlandbezug". Laut dem Tagesspiegel wird in Justizkreisen davon ausgegangen, dass nicht jedes der in Syrien inhaftierten deutschen IS-Mitglieder bei einer Rückkehr nach Deutschland mit Untersuchungshaft rechnen müsse. GdP-Chef Kopelke rief Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) dazu auf, angesichts der Bedrohung durch den IS den jüngst gegründeten Nationalen Sicherheitsrat tagen zu lassen. Union und SPD hatten sich im Koalitionsvertrag auf das neue Gremium verständigt, das sich mit übergreifenden Sicherheitsangelegenheiten befassen soll.