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08.12.2025
15:08 Uhr
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Die syrische Interimsregierung hat den ersten Jahrestag zum Sturz von Machthaber Baschar al-Assad gefeiert. Aus der EU erreichen das Land mahnende Worte und Ermutigungen.

In Syrien haben die Feierlichkeiten zum ersten Jahr des Sturzes von Machthaber Baschar al-Assad begonnen . Hunderttausende Menschen sollen sich laut der staatlichen Nachrichtenagentur Sana an den Veranstaltungen und Feiern im Land beteiligen. An verschiedenen Orten sind über den Tag hinweg Militärparaden und Kundgebungen geplant. In der Hauptstadt Damaskus feierten seit dem Morgen bereits Menschen am zentralen Umajaden-Platz das "erste Jahr der Befreiung". Auch hier gab es am Vormittag bereits eine Militärparade. Vor einem Jahr, am 8. Dezember 2024, wurde der syrische Machthaber Assad von einer Rebellenallianz gestürzt. Die Familie regierte das Land mehr als 50 Jahre lang. EU hofft auf Einhalten der Versprechen EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas mahnte die Interimsregierung dazu, ein geeintes und demokratisches Syrien aufzubauen. Der Fall Assads habe dem syrischen Volk die "historische Chance" zu einem politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel gegeben, sagte Kallas. Die EU ermutige die syrische Regierung zur Zusammenarbeit. Nur so könne die internationale Gemeinschaft den Übergangsprozess unterstützen. Kallas sagte, dass die Regierung nun die Kernpunkte und Selbstverpflichtungen aus der Verfassungserklärung umsetzen müsse. Der Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa unterzeichnete sie im März dieses Jahres. Sie sieht eine fünfjährige Übergangsperiode vor und enthält Bekenntnisse zu Gewaltenteilung und Rechten von Frauen. Auch die Meinungs- und Pressefreiheit ist darin enthalten. Seit März kam es im Land zu einzelnen Gewaltausbrüchen. Kallas kritisierte außerdem ausländische Militäraktionen in Syrien wie Luftangriffe des israelischen Militärs. In diesem Zusammenhang verlange die EU, dass Israel seine Truppen von den besetzten Golanhöhen zurückzieht, sagte Kallas. Übergangspräsident Al-Scharaa rief die syrische Bevölkerung auf, zusammenzuarbeiten, "um ein starkes Syrien aufzubauen" und seine "Stabilität zu sichern".