Zeit 25.01.2026
12:01 Uhr

Syrien: Aktivisten sprechen von katastrophaler Lage in Nordostsyrien


Im Nordosten Syriens bekämpfen sich Regierungstruppen und kurdische Milizen. Aktivisten sprechen von einer Belagerung der Stadt Kobane.

Syrien: Aktivisten sprechen von katastrophaler Lage in Nordostsyrien
Die humanitäre Lage im Nordosten Syriens droht sich wegen der Kämpfe zwischen kurdisch angeführten Milizen sowie Regierungstruppen und deren Verbündeten weiter zu verschlechtern. Die Zustände in dem Gebiet seien "katastrophal", teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London mit. Die überwiegend von Kurden bewohnte Stadt Kobane nahe der türkischen Grenze werde von Kämpfern, die mit der Regierung in Damaskus verbündet sind, seit mehr als einer Woche belagert. Die Lieferung von Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs sei fast komplett gestoppt worden, teilte die Beobachtungsstelle mit. Auch kurdische Aktivisten sprachen von einer Belagerung der Stadt. Die Übergangsregierung in Damaskus äußerte sich zu den Vorwürfen nicht. In Kobane befinden sich viele Familien, die durch Kämpfe in der Nähe vertrieben wurden. Nach Angaben von Aktivisten ist ein Konvoi mit Hilfsgütern auf dem Weg dorthin. Bereits am Samstag soll ein Konvoi mit Arznei- und Lebensmitteln aus Aleppo in Richtung Kobane gestartet sein, wie das syrische Staatsfernsehen berichtete. Organisiert wurde dieser aus 24 Lkw bestehende Konvoi dem TV-Sender zufolge von den Behörden in Aleppo und UN-Hilfsorganisationen. Waffenruhe verlängert Die syrische Übergangsregierung brachte zuletzt im Nordosten des Landes große Gebiete unter ihre Kontrolle und drängte die kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) zurück. Aktuell gilt eine Waffenruhe, die erst am Samstag um 15 Tage verlängert wurde . Berichten zufolge gab es am Wochenende vereinzelte Kämpfe, insgesamt war die Lage aber ruhig. Während der Waffenruhe sollen inhaftierte Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus Gefängnissen in dem Gebiet in den benachbarten Irak verlegt werden. Die Regierungstruppen haben die Kontrolle einiger der Gefängnisse und auch Lager übernommen, in denen Angehörige von IS-Kämpfern untergebracht sind. Wegen der Kämpfe gibt es Sorge, dass der IS das Chaos nutzen und seine Kämpfer und deren Angehörige befreien könnte. Einige Inhaftierte sollen bereits entkommen sein.