Zeit 26.12.2025
17:56 Uhr

Surfwelle im Eisbach : Surf Club München bricht Versuch zur Erneuerung der Eisbachwelle ab


Der Münchner Surf Club wollte dafür sorgen, dass auf der Welle im Eisbach wieder gesurft werden kann. Den Versuch brechen sie nun jedoch ab und kritisieren die Stadt.

Surfwelle im Eisbach : Surf Club München bricht Versuch zur Erneuerung der Eisbachwelle ab
Die Münchner Eisbach-Surfer brechen den offiziellen Versuch zur Rettung der Welle wegen Auflagen der Stadt ab. "Die Verwaltung will das Surfen am Eisbach nicht regulieren, sondern verhindern", teilte der Verein Surf Club München mit. Die Surfer sprechen von einer "administrativen Blockade" und unerfüllbaren Auflagen. "Ein zeitlich begrenzter, wissenschaftlich begleiteter Versuch wird mit Anforderungen überzogen, die selbst für dauerhafte Großinfrastrukturprojekte ungewöhnlich wären." Der Verein kritisiert weiter, Sicherheit werde von den Behörden nicht als "gestaltbare Aufgabe verstanden, sondern als pauschales Totschlagargument, um jede Form von regulierter Nutzung auszuschließen". Zudem kritisierte die Interessengemeinschaft Surfen in München (IGSM) die anfangs gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung. "Die gestellten Forderungen für die Genehmigung werden immer abstruser und sind nicht mehr zu erfüllen", hieß es in einem Post auf Instagram. Unbekannte beleben Welle wieder Im Oktober dieses Jahres war nach Angaben des städtischen Baureferats unter anderem das Bachbett von Unrat und Sedimenten befreit worden . Danach baute sich die Welle nicht mehr wie gewohnt auf. Seither wird diskutiert, wie die berühmte Surfwelle am Eisbach im Englischen Garten in München wiederbelebt werden kann. Nach einem Vorversuch hatte ein Strömungsexperte den Einbau einer dreiteiligen Rampe empfohlen. Dann könne sich stromabwärts eine langsam rotierende Walze bilden, in der sich Kies ablagern könne. Der nötige Antrag für die dreiteilige Rampe wurde gestellt, der Hauptversuch sollte "so bald wie möglich starten". Stadt droht mit Bußgeld von 50.000 Euro Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung (SZ) haben Unbekannte in der Nacht zum ersten Weihnachtstag nun einen meterlangen Balken ins Wasser gelassen, an dem sich die Welle wieder aufbaut. Bereits in der Vergangenheit hatte es derartige Versuche gegeben, allerdings hatten diese Vorrichtungen nicht dauerhaft gehalten. Dem SZ- Bericht zufolge kündigte ein Vertreter der Stadt an, diese "widerrechtlichen" Einbauten aus Sicherheitsgründen entfernen zu lassen. Den Unbekannten drohe ein Bußgeld von 50.000 Euro. Der Stadtdirektor im Referat für Klima- und Umweltschutz, Christian Heindl, kündigte die Entfernung der Konstruktion mit Verweis auf eine entsprechende Allgemeinverfügung an, die "Manipulationen der Eisbachwelle jeglicher Art" untersagt. Heindl verteidigte das Vorgehen der Behörden nach SZ -Angaben. Das Genehmigungsverfahren habe man konstruktiv und zielorientiert gestaltet. Von Anfang an habe man den Surfern die Auflagen offen kommuniziert. Dabei gehe es um Themen wie Haftung, Statik und Denkmalschutz. Diese entsprächen dem Standard und seien vor allem aus Sicherheitsgründen erforderlich. Münchens stellvertretende Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) hingegen sagte laut dem SZ- Bericht, sie freue sich sehr, dass die Welle wieder laufe. In den vergangenen Jahren sei sie in gutem Kontakt mit den Surfern gestanden und habe darauf geachtet, umzusetzen, was ihnen wichtig sei. Das wolle sie auch jetzt wieder tun. Aufgrund der Feiertage sei es derzeit allerdings nicht möglich, die jüngsten Veränderungen vor Ort abschließend nachzuvollziehen und verlässliche Auskünfte zu geben, ob die Stadt den Balken im Wasser dulden werde.