|
21.01.2026
11:14 Uhr
|
Südkoreas Ex-Ministerpräsident Han Duck Soo musste sich wegen Rebellion vor Gericht verantworten. Das Urteil fällt nun deutlich höher aus als von der Anklage gefordert.

Der ehemalige südkoreanische Ministerpräsident Han Duck Soo ist zu einer 23-jährigen Haftstrafe verurteilt worden. Nach Auffassung des Bezirksgerichts in Seoul unterstützte Han den damaligen Präsidenten Yoon Suk Yeol beim Verhängen des Kriegsrechts . Dieser Schritt im Dezember 2024 stellte demnach eine Rebellion dar. Er werde die Entscheidung "demütig akzeptieren", sagte Han laut dem südkoreanischen Fernsehsender TV Chosun. Das Gericht warf Han vor, als zweitwichtigster südkoreanischer Staatspolitiker seine Pflicht zum Schutz der Verfassung vernachlässigt und sich an der Rebellion von Yoon beteiligt zu haben – im Glauben, dass diese erfolgreich sein könnte. Han gab an, er habe Yoon damals gesagt, dass er gegen die Verhängung des Kriegsrechts sei. Gegen das Urteil kann Han nun noch Berufung einlegen. Die Staatsanwaltschaft hatte 15 Jahre Haft für Han gefordert. Das Strafmaß fiel somit deutlich höher aus. Han ist das erste Ex-Mitglied der Yoon-Regierung, das in diesem Zusammenhang verurteilt wurde. Auch Yoon selbst und weitere seiner ehemaligen Mitarbeitenden sind wegen Rebellion angeklagt. Nach südkoreanischem Recht handelt es sich dabei um einen der schwerwiegendsten Vorwürfe. Staatsanwaltschaft will Todesstrafe für Ex-Präsident Yoon Für Yoon fordert die Staatsanwaltschaft die Todesstrafe . Ein Urteilsspruch ist für den 19. Februar angesetzt. Yoon bestreitet die Rebellionsvorwürfe. Die Todesstrafe wird in Südkorea zwar weiterhin verhängt, wurde seit fast 30 Jahren allerdings nicht mehr vollstreckt. Am 3. Dezember 2024 hatte der konservative Yoon angesichts eines Haushaltsstreits mit der linken Opposition widerrechtlich das Kriegsrecht ausgerufen und damit eine schwere Staatskrise ausgelöst. Er begründete die Maßnahme mit dem Schutz der freiheitlichen Ordnung Südkoreas. Yoon beschuldigte zudem die linke Opposition, von Kommunisten mit Verbindungen zu China und Nordkorea unterwandert zu sein. In der Folge wurde Yoon abgesetzt. Seit dem Sommer regiert stattdessen Präsident Lee Jae Myung in Südkorea. Er gilt als links-zentristischer Politiker und langjähriger politischer Rivale Yoons.